Dauerwerbeblog

Marco

Wenn wir diesen Beitragstitel melodisch so vortragen, wie Ingrid Steeger in Klimbim die Zeile “…dann mach ich mir ‘nen Schlitz ins Kleid und find das wunderbar” (was heute vermutlich außerhalb des Seniorenstifts, in dessen Keller ich scheinbar gefangen gehalten werde, niemand mehr kennt), dann ist wenigstens das schön. Aber warum ein Mensch beim Supertalent auf die Bühne tritt und erst ein Modell frisiert, sich dann aber als großen “Showact” selbst die lange Mähne vom Kopf rasiert, versteht vermutlich niemand. Ein Talent konnte ich darin auch nicht entdecken, denn der Schnitt an seiner eigenen Rübe war nicht mal sonderlich präzise.

Kann es eigentlich noch schlimmer kommen? Kann man vielleicht im Vorfeld mal festlegen, wie man “Talent” definiert? Oder kann ich da auch hingehen, wenn ich mir selbst die Beinhaare mit Wachs entfernen kann, ohne dabei wie ein kleines Mädchen zu schreien? Fragen über Fragen …

Manchmal haben die diversen Wiederholungen, mit denen uns drittklassige Sender Tag für Tag malträtieren, auch etwas Gutes. Gerade bei langlebigen Fernsehserien lässt sich hier wunderbar beobachten, wie die Darsteller nicht nur älter werden, sondern in einigen Fällen auch wesentlich besser im Futter stehen. Es wächst also anscheinend nicht nur der Umfang der Geldbörse mit zunehmendem Erfolg an. Und so schaue ich neuerdings mit Vorliebe die ersten Staffeln amerikanischer Krimiserien und denke mir “Noch bist Du dünn, aber warte mal ein paar Staffeln ab …”

Es trifft also nicht nur uns “Normalos”, auch Prominente gehen mitzunehmendem Alter in die Breite. Ich finde, dass dies eine tolle Erkenntnis ist, die ich nur mal kurz zum Besten geben wollte. Für einen Tweet war es aber irgendwie zu lang.

Anfänglich war das echt noch lustig und auch wir stürzten uns auf diverse Castingformate und schrieben hier lustige Zusammenfassungen der gesehenen Sendung. Zumindest ich (Marco, der Gutaussehende da oben im Header ;-) ) bin mittlerweile einfach nur noch genervt. Und ich habe es wirklich versucht, habe mir die ein oder andere Folge von “Das Supertalent” oder “X Factor” angetan. Aber es ging nicht.

Die Acts, bei denen man sagt “Wow, der (oder die) hat was drauf.” sind verschwindend gering, oftmals sind nur noch Flachpfeifen unterwegs. Gut, die gab es früher auch, aber da war es noch lustig. Da sich aber nicht mehr genügend Leute finden, die sich freiwillig blamieren wollen, greift man immer häufiger aus Protagonisten aus anderen Sendeformaten zurück. Vielen Zuschauern mag das nicht auffallen, aber da wir ja echt jeden Mist gucken, erkennen wir die Leute natürlich wieder. Und das finde ich dann noch peinlicher, als total irre Acts, die eh im Ausland eingekauft wurden.

Hinzu kommt dieser ganze Jury-Mist. Ständig wird die Besatzung ausgetauscht, es wird sich untereinander angezickt – egal ob gestellt oder echt – und man spielt sich wie der Mittelpunkt der Erde auf, anstatt das (Gesangs-)Talent in den Fokus zu rücken. Die ersten Staffeln sind immer recht lustig, doch mit dem jährlichen Voranschreiten wird es immer schlimmer. Und das trifft auf die eingangs genannten Sendungen genauso zu, wie auf die Dschungelcamp-Kacke oder den BB-Container-Müll.

Mein Fernsehkonsum beschränkt sich derzeit auf amerikanische Krimiserien. Da kann man so schön bei einnicken.

Und ihr so? Guckt ihr den Castingkram echt noch?

laester.TV-Kollege Jens hatte in diesem Blogbeitrag bereits im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass man im Gegensatz zu früher, wo man sich noch Mühe gab und Fake-Produkte entwickelte, heutzutage mit Produktplatzierungen in TV-Serien, Daily Soaps und anderen TV-Formaten nicht gerade sparsam umgeht. Und so langsam nimmt das echt überhand.

So sah ich kürzlich die erste Folge der neuen Staffel irgendeiner amerikanischen Krimiserie (keine Ahnung mehr, welche das war, könnte The Mentalist oder irgendein CSI gewesen sein). Netterweise wies der ausstrahlende TV-Sender mich doofen Zuschauer mit dem vermuteten IQ eines Brötchens durch den in der oberen rechten Ecke eingeblendeten Hinweises “Unterstützt durch Produktplatzierungen” auf das nun folgende “Werbefilmchen” hin.

Man ist es ja schon gewohnt, dass in Serien häufig immer neue Modelle eines amerikanischen Autoherstellers genutzt werden. Aber die erwähnte Sendung schlug dem Fass echt den Boden aus. Ich glaube, Steve Jobs hat zu Lebzeiten den gesamten Dreh finanziert, denn die ganze Serie strotzte nur so vor Apple-Produkten. Ah, jetzt fällt es mir wieder ein, es war CSI N.Y., eine Serie, die ich sonst gerne sah. Mittlerweile geht es auch wieder. Doch in dieser Folge schleppte man MacBooks werbeträchtig durch die Gegend, es wurden am Tatort keine Tablet-PCs geklaut, sondern ganz spezifisch iPads und natürlich erwähnte eine Ermittlerin ihr iPhone, dass sogar von ihrem Kind bedient werden könne. Das war fast schon gruselig.

Wie seht ihr das? Stört euch das teils schon aggressive Product-Placement? Oder regt es tatsächlich zum Kauf an?

So langsam ist die Zeit gekommen, dass “der RTL” sich bei uns bedanken sollte, denn wieder haben wir ein neues Opfer einen neuen Zuschauer gebracht. Mein Cousin kannte das Format “Schwiegertochter gesucht” nämlich noch gar nicht und schaute nach ersten Erzählungen doch eher ungläubig. Gut, dass die Küchenuhr bereits 19.00 Uhr anzeigte und so erhoben wir uns nach dem Essen und begaben uns Richtung Couch vor den Fernseher. Schon im Vorgeplänkel zur Sendung folgte der erste laute Lacher meines Cousins und ich wusste, dass RTL einen neuen Fan hat. Schuldig in allen Anklagepunkten.

Erst gestern hatte ich die erste Folge auf RTL now im Internet gesehen, da ich sie leider verpasst hatte. Jens hatte sich ja in der Zusammenfassung zur 1. Folge bereits über die Teilnehmer ausgelassen und gestern war auch keinerlei Besserung in Sicht. Ich greife das alte Prinzip auf und gehe nach Namen der Teilnehmer vor bei meiner seelischen Verarbeitung des fast schon traumatisch anmutenden gestern Gesehenen, in der Hoffnung, keinerlei Folgeschäden davon zu tragen

Markus – Claudia und Bianca
Gestern war wohl Gegenteiltag, denn irgendwie war alles wie eine verkehrte Welt. Markus ging mit seinen “Früchtchen”, wie Vera Int-Veen die beiden Damen betitelte, ins Erdbeerfeld zum Pflücken der roten Leckereien. Und dann, fast schon nebenbei verliebten sich etliche männliche Zuschauer direkt in die sonst eher bedächtige Hotelschläferin Claudia, als sie äußerte, dass ein Mann ruhig mal “ins Puff” gehen könnte. Sie würde sich dadurch nicht betrogen fühlen. Ich wette, dass bei RTL schon die Telefonleitungen glühen und das obligatorische info@-Postfach auch schon überquillt. Wenn Claudia jetzt noch Chips selber macht und ihr Vater ‘ne Brauerei betreibt, ist alles perfekt. Ach ja, da war ja noch die in der ersten Folge so vorlaute Bianca, die sich gestern beim Saufen und Tanzen zuerst etwas zierte, dann aber selber zugab, dass der ganze Kram nur besoffen zu ertragen ist (oder so ähnlich ;-) ).

Marco – Sabrina und Nicole
Leider ließ der noch immer in den 80er Jahren gefangene Marco (ich mag meinen Namen nicht mehr – Vorschläge für einen Wechsel?) diesmal das Jeanshemd aus, vermutlich hat er nur noch eins und das muss ja auch mal gewaschen werden. Die ebenfalls in einem Land vor unserer Zeit gefangene Sabrina sieht nach dem Aufstehen rein frisurtechnisch schon ausgehfertig aus, doch erst der richtige Fummel (in ihrem Fall dass hässliche Schwarze) rundet das Bild ab. Nicole wundert sich und Marco checkte die beiden Damen erst mal ausgiebig ab, inklusive auf den Arsch starren. Toller Typ. In der Dorf-Disco versuchte er mal wieder, sich die Damen mittels Alkohol gefügig zu machen, was bei Sabrina, die demnächst bestimmt einen Werbevertrag von den Heinis mit den Weihnachtstrucks angeboten bekommt, eher suboptimal funktionierte. Immerhin Nicole roch den Braten nicht und landete später mit Marco zum Nächtigen in einem Zimmer – immerhin auf zwei unterschiedlichen Sofas, denn die rumzickende Sabrina lag ja nun alleine im Doppelbett. Herrlich …

Christian – Joan und Almut
Der / Die / Das Christian nahm seine beiden sich überhaupt nicht ähnelnden Grazien mit auf einen Flohmarkt. Joan natürlich wie üblich auf Hochhakckigen unterwegs, Almut wie üblich mit PSB-Fan-Hut. Das Feilschen bei den Händlern übernahm Christian, wobei das von der Stimme her nicht leicht zu erkennen war. Almut bekam Postkarten für 5 Euro, Joan Schmuck für 2,50 Euro – der Christian ist echt ein Gönner. Zu Hause ging es dann zur Sache und ein Schelm, wer nun Böses dabei denkt, als Joan die Frage “Willst Du mal heiraten?” mit “Ja, morgen?!?” beantwortet.

Maik – Kathleen und Julia
Ganz ehrlich? Wenn ich als Frau bereits im Nachtgewand befindlich an meinem Geburtstag mit verschlossenen Augen in das Schlafzimmer des möglicherweise zukünftigen Geschlechts Lebensabschnittpartners geführt werde und mir dann als Überraschung neben einem überdimensionalen Stofftier sitzend ein paar mittlerweile wieder ausgegangene Kerzen angucken darf, die in einem Stück Discounterkäse stecken, wäre ich noch im Nachthemd abgereist. Nicht so Julia, die das alles total toll fand. Sehr bescheiden. Das Anspruchsdenken mancher Frauen, die ich kenne, ist da irgendwie höher. Könnten sich hier bitte mal die mitlesenden Damen zu Wort melden, ob ihnen das reichen würde? Danke.

Andy – Melanie und Mary
Andy ist 24, leidenschaftlicher Bäcker und Jungfrau. Hier ist wohl nicht das Sternzeichen gemeint. Andy wohnt zusammen mit seinem Vater in einem recht ansehnlichen Haus (das man nicht mit Schuhen betreten darf) mit Pool. Man macht gerne Kesselgulasch im Freien, was die Melanie zu ihrem Geschenk inspirierte: Fleisch. Gut, lag nah, schließlich ist Fleischereifachverkäuferin. Das Klischee erfüllend natürlich eine kräftig gebaute, was der Andy auf dem Foto aber wohl nicht sah. Da er nach eigener Aussage eher auf schlanke Mädels steht, kann wohl eher die Quotenschönheit Mary punkten, die anscheinend eine Wette verloren hat und sich deshalb bei diesem Format bewerben musste.

Hab ich wen vergessen? Keine Ahnung.
Fakt ist: Wer auf einer stundenlangen Zugfahrt in einem unklimatisierten Abteil der Holzklasse ungekühlt Lebensmittel mit sich rumschleppt, um diese dann dem Auserwählten als Geschenk zu überreichen, handelt grob fahrlässig, oder?
Wir haben wieder mal viel gelacht und es sind die Kleinigkeiten, die einen dazu bringen, die ich mir aber nicht merken kann und will. Und mit Block und Stift Fernsehen ist mir zu stressig.

PS.: Hallo liebe Weltverbesserer,
ja, wir lästern hier über Menschen. Diese haben es sich aber selbst ausgesucht. Wer nicht vorgeführt werden will, bleibt zu Hause und bewirbt sich nicht bei RTL. Basta!

Im Fernsehen läuft irgendeine Unterhaltungsshow. Vor der Werbeunterbrechung erzählt der Moderator etwas von einem Gewinnspiel, ein blödes Auto, das sonst keiner kaufen würde, wird gezeigt, eine strunzendumme Frage wird gestellt, die auch die beim Friseur arbeitende Klischeeblondine aus einer Reihe schlechter Mantawitze hätte beantworten könnten. Die Frage wird mit den Antwortmöglichkeiten sowie den Rufnummern zur Teilnahme per Anruf oder SMS eingeblendet. Und zwar in der größten und auffälligsten Schriftart, die man auf dem Schirm unterbringen konnte.

Nicht ganz so groß geschrieben ist der Satz “Wiederholung! Bitte nicht anrufen!”, der oben neben dem Senderlogo in kaum zu erkennender heller Schrift eingeblendet wird. Ich sehe die Sendung nämlich nicht am Samstagabend, sondern die Wiederholung Sonntagmorgen. Doch wer soll diesen Hinweis in der Ecke lesen können? Nimmt den überhaupt jemand war, wenn mittig des Bildschirms riesengroß die Nummer zum Anrufen steht? Ich will nicht wissen, wie viele Deppen Zuschauer da heute Morgen schon wieder angerufen haben. Vermutlich auch noch welche, die es gestern auch schon versucht haben.

Vielleicht liegt es auch einfach wieder mal an unserem alten Röhrenfernseher, der in seiner Generation auch nicht gerade klein war, mit den heutigen bei jedem Arbeitslosen hängenden 728″-beim-Versandhaus-auf-Raten-bestellten-Mega-Flatscreens aber natürlich nicht mithalten kann. Wird Zeit, dass ich mir ‘ne Lupe oder halt auch so Monsterfernseher kaufe, der nicht in unsere Anbauwand passt. Fliegt die halt raus …

Da kürzlich das Fernsehprogramm mal wieder zu wünschen übrig ließ, schnappte ich mir die Fernbedienung und zappte mich fröhlich durch die Sender. Bei einem der zahlreichen dritten Programme stolperte ich dabei über einen Ritterfilm, und da ich die als Kind so mochte, blieb ich hängen. Nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass es doch interessant ist, wie verwöhnt man von aktuelleren Filmen ist.

Ich meine, es war “Die Ritter der Tafelrunde”, ein epochales 115-Minuten-Werk aus dem Jahr 1953 mit einer für die damalige Zeit hochkarätigen Besetzung. Aber diese unsäglichen Farben, die endlosen Mono- und Dialoge und das Fehlen von Tricktechnik machen es irgendwie mühselig. Dennoch fesselte mich der alte Schinken irgendwie. Brauchten die damals 100 Mann, stellten sie auch 100 Statisten auf die Wiese. Das war cool. Heute reichen 10 Mann, um 10.000 darzustellen. Eigentlich waren die erwähnten langatmigen Reden und Gespräche gar nicht so schlecht, verliehen dem Film Tiefe. Heute geht es ja nur darum, möglichst special-effektreich irgendwelche Schlachten und anderen actiongeladenen Kram zu zeigen, der dank neuester Technik super atemberaubend dargestellt werden kann. Die Geschichte, die im Film erzählt wird, gewinnt dadurch aber nicht.

Manchmal sollte man sich doch den ein oder anderen Klassiker zu Gemüte führen. Meine ich zumindest.

Gestern Abend ließ ich mich mal wieder von Steven Seagal unterhalten, der, wie üblich alleine, gegen ganze Heerscharen böser Menschen antrat. Aber es geht hier gar nicht um diesen speziellen Film, denn da ist ein Hollywoodstreifen wie jeder andere. Es geht um den Einsatz von Waffen insgesamt und der Feststellung, dass dafür, das man in den Staaten eine Pumpgun an der Tanke kaufen kann, die Amis anscheinend die miesesten Schützen auf diesem Planeten zu sein scheinen. Außerdem der Held des Films beziehungsweise der Serie, der natürlich immer trifft. Die Szenerie ist dabei fast immer die gleiche:

Unser Held, geben wir ihm mal den seltenen Namen John Smith, hockt in einer einsamen Berghütte. Damit es nicht zu leicht wird, weil nur er alleine von dort flüchten muss, schleppt er noch eine mehr oder minder tolpatschige Tussi mit, die er warum auch immer beschützen muss. Toll, doppelte Zielfläche für die Angreifer, die – wie in solchen Streifen üblich – immer busweise wie japanische Touristen zur Schlossbesichtigung am Rhein angekarrt werden. Diese pirschen sich immer äußerst unauffällig (Achtung, Ironie!) an das Zielobjekt heran, um dann bereits vor der Tür das Feuer aus allen Rohren zu eröffnen und das gesamte Haus samt Inventar zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse (eventuell können auch Molkereiprodukte aus anderen Ländern als Vergleich dienen). Interessanterweise verfehlen sämtliche Kugeln aus der Uzi des einen Bösewichts, dem Maschinengewehr des anderen Verbrechers und der Schrotflinte des nächsten Handlangers ihr Ziel. Tonnenweise Munition aus diversen Automatikwaffen kommen nicht gegen den sechsschüssigen Revolver an, mit dem John zielsicher wie eh und je einen Schurken nach dem anderen ins jenseits oder aber zumindest in ein Dreimannzimmer in einem schäbigen Hospital in der Nähe der Berghütte befördert. Dabei können auch schon versehentlich sieben oder acht Schüsse mit dem Revolver abgefeuert werden.

Zum Glück entdeckt Mr. Smith in einer Garage einen alten Wagen, der warum auch immer noch fährt und setzt die weitere Flucht samt Tussi nun mobilerweise fort. Auch der Wagen wird von weiteren geschätzt 50 bösen Menschen in ein Küchensieb verwandelt, aber die beiden Hauptdarsteller bleiben unverletzt, während John mit einer Hand aus dem Fenster nach hinten feuert, obwohl er sein Ziel nur durch den Außenspiegel anvisieren kann. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass er trifft, oder?

Natürlich darf der Held nicht getroffen werden, sonst wäre der Film ja nur 30 Minuten lang – inklusive Werbeunterbrechungen. Aber müssen es immer 3.000 Böse mit Automatikwaffen sein, die nicht treffen. Wären zehn mit Pistolen bewaffnete Halunken nicht ausreichend? Klar, nicht spektakulär genug. Dafür eventuell näher an der Realität. Hollywood und Realität? Ach nee, geht ja gar nicht …

Das telemediale Sommerloch erfreut uns mit Serienwiederholungen, Filmwiederholungen und anderen Wiederholungen. Also stürzt man sich automatisch auf alles Neue, um dem schon zu oft Gesehenen zu entfliehen. RTL lockte mit der neuen Show “Es kann nur E1NEN geben” (fast schon nerdig geschrieben, oder?).

Erster Haken der Show:
Oliver Geissen moderiert. Fand ich den früher noch lustig, geht er mir mit seiner Never-ending-Chart-Show, in der man immer die gleichen alternden Stars nur halt immer zu einem anderen Thema sieht, einfach nur noch auf das Gehänge im Schritt.

Zweiter Haken der Show:
Die “Prominenten” in der Jury. Nicht mein Fall. Alles RTL-Recycling vom Feinsten.

Dritter Haken der Show:
Das Grundprinzip ist geklaut. Klar, man kann das Rad nicht neu erfinden, aber ich gucke zehnmal lieber “Sag die Wahrheit” auf dem SWR, als diesen billigen Abklatsch in typisch hektisch bunter RTL-Manier.

Letztendlich hat man es mal wieder nicht geschafft, mich dauerhaft vor des Deutschen liebsten Unterhaltungsapparat zu fesseln. Vielleicht sollten wir uns mal neue Sendungsformate ausdenken und auch schon die darin vorkommenden Moderatoren, Kommentatoren, Jury-Mitglieder und andere Flitzpiepen,die da so durchs Bild huschen, bestimmen. Ideen? Irgendwer?

Ich laufe zufällig durchs Wohnzimmer, meine Frau sitzt regungslos auf der Couch, ein leicht entsetzter Blick ziert ihr Gesicht. Ich folge ihrer Blickrichtung und lande auf dem Schirm unseres ollen Röhren-TV (die jüngeren Leser mögen bitte googeln). Ein recht untalentierter, junger Mensch singt etwas vor, einsam auf einer Bühne stehend. Ich bin ebenfalls entsetzt, denn noch glaube ich, ein neues und vor allen Dingen spannendes Castingformat verpasst zu haben, freue mich schon auf die vermutlich hochkarätige Jury. Gut, da hatte ich noch nicht mitbekommen, dass wir bei RTL 2 sind und so bin ich nach dem Schnitt auf die Jury noch entsetzter als vorher. Und ein wenig ratlos.

Links sitzt ein Mann, den ich noch nie im Leben gesehen habe. Er ist ein hohes Tier bei irgendeinem Musiklabel, also sozusagen der Thomas Stein (der hieß doch so, oder?) der Moderne. Leider ist Maarten Steinkamp auch Holländer, was seine Kommentare aufgrund der sprachlichen Eigenschaften nicht minder lustig macht.

Die Mitte der wie üblich aus drei “Profis” bestehenden Jury besetzt Michelle. Wem das nix sagt, dem darf ich hier einen Ausschnitt der Beschreibung von der Internetseite von RTL 2 präsentieren: “Sie ist eine der populärsten und bedeutendsten Schlagerstars unserer Zeit.” Ich kenne die eigentlich nur aus der Klatschpresse, als Ex-Schnalle von Matthias Reim (“Verdammt, ich lieb Dich“), als am Boden zerstörte Frau mit privaten und finanziellen Problemen ohne Ende. Aber populärster und bedeutendster Schlagerstar hört sich einfach besser an.

So, dass waren die beiden Jurymitglieder mit musikalischem Background. Fehlt Nummer 3: Alessandra Pocher. Sagt euch auch nichts? RTL 2 schreibt hier “gefragtes Modell” und weitere tolle Dinge. Ich kenn die nur als Sandy Meyer-Wölden, die irgendwann den mir total unsympathischen Oliver Pocher geheiratet hat. Was macht die also da? Richtig, sie ist die Stylingbeauftragte.

Und so sehen wir Menschen, die versuchen, ihr großes Idol oder sonst irgendeinen Sänger zu imitieren. Denn in dieser Castingshow wird nicht auf die eigene Persönlichkeit abgezielt, sondern auf das beste Double. Also kommt der Protagonist auf die Bühne, sagt “My Name Is Joe Cocker!” und versucht mit der reibeisigsten Stimme, die ihm möglich ist, Joe Cocker zu imitieren. Das wird dann von den drei Juroren bewertet.

An dieser Stelle folgt eine Entschulding: Sorry, ich hab es echt versucht. Ich wollte mir den Schmu wirklich ansehen für euch. Aber es ging nicht. Nach nur drei Auftritten und den “tollen” Bewertungen durch die ach so “tolle” Jury war ich gebrochen. Ich konnte den Trash nicht länger ertragen. Daher kann ich euch weder weitere Details nennen, noch sagen, wer weiter ist oder worum die Kandidaten überhaupt kämpfen. Gut ich könnte dies ebenfalls nachlesen, aber die blumige Beschreibung der Jurymitglieder hat mich die Seite sofort ungläubig schließen lassen.

Demnächst soll aber das “große Finale” stattfinden. Wer den Mut hat, schaut rein, die schlechten Doppelgänger sollten ja bereits alle aussortiert sein. Hoffe ich. Aber wer weiß …

© 2010 laester.TV Suffusion theme by Sayontan Sinha