Dauerwerbeblog

Marco

Das Thema ist alt und wir beziehungsweise vor allen Dingen ich habe mich hier im Blog schon häufig dazu ausgelassen: die Auswanderer, deren Naivität uns in diversen Dokus wie “Goodbye Deutschland – Die Auswanderer” und ähnlichen Formaten immer wieder gezeigt wird. Dennoch nutzt sich das Thema irgendwie nicht ab und man ist jedes Mal wieder erstaunt, mit was für Vorstellungen manche Träumer das Thema Auswandern angehen. Leider habe ich einen Großteil der Sendungen immer nur zum Teil mitbekommen, aber meistens reicht auch ein kleiner Ausschnitt, um zu sehen, dass das gestartete Projekt zum Scheitern verurteilt ist.

Da zeigen sie wieder ein Familie, die dem Klischee nach ergänzende Leistungen nach SGB 2 bezieht (Hartz IV), gerne als leicht verblödete Ossis dargestellt werden, die in irgendeinem skandinavischen Land einen Angelteich betreiben wollen. Das Gespräch stelle ich mir spannend vor. Er sitzt abends mit ihr auf der Couch und sächselt “Kömm Schoatz, wir mache röber in den Norden, ösch willn Angeldeisch btraibn.” Dazu haben sie das Wahnsinnsstartkapital von 3 Monatspachten für den Angelteich zur Verfügung. Erstens ist das nicht sonderlich viel und zweitens: woher haben die das Geld? Vom Hartz-IV-Bezug an Seite gelegt?

Gestern gab es dann wieder ein paar richtig Naive, die “mit Gottes Hilfe” ihr Glück in Brasilien versuchen wollten. Dazu sucht man sich aber kein beschauliches Städtchen aus, nein, es muss Rio de Janeiro sein, eine der gefährlichsten Städte der Welt. Ich war schon mal da und weiß, wovon ich rede. Da habe ich der Familie übrigens was voraus, denn die waren natürlich noch nie in Rio. Dafür haben sie jung geheiratet und eine Tochter bekommen, die zum Zeitpunkt der Auswanderung 7 war. Natürlich konnte keiner der drei Auswanderer portugiesisch, aber egal, wird schon werden. Schließlich hilft ja Gott, der ständig angebetet wird. Jedem seinen Glauben, aber irgendwie meinte Gott es mit seinen Schäfchen nicht gut, denn ungefähr alles, was schief gehen konnte ging auch schief. Da half auch der vermeintlich gut bezahlte Lehrerjob nichts, der neben der Abenteuerlust der Beiden ohne Rücksicht auf die Tochter, Grund für den Trip nach Rio war. Letztendlich war man sich nach kurzer Zeit einig, dass man wieder nach Deutschland zurück wolle. Wer hätte das gedacht?

Ich frage nochmals: Wie kann ich in ein Land auswandern, dass ich gar nicht kenne, dessen Landessprache ich nicht beherrsche und das am besten noch ohne Startkapital und geregelte Ein- und Unterkünfte? Es geht mir nicht in den Kopf …

Ein Typ, nennen wir ihn John Smith, ist total dufte, hilft alten Omis über die Straße, ob sie wollen oder nicht, hat neben seinem selbst finanzierten Studium vier Nebenjobs und pflegt noch seine kranke Mutter. Allerdings hat er ein Problem: nein, kein Furunkel am Arsch, sondern einen Rapper vor der Türe, der wegen der Bettelbriefe von Johns Freunden der Meinung ist, aus Johns oller Karre, die hierzulande jeden Prüfingenieur des Technischen Überwachungsvereins zum sofortigen Suizid treiben würde, einen coolen Schlitten machen zu müssen. Als ob John das beim Studium oder der Rettung der Welt helfen würde.

Also wird der halb zerfallene Honda Civic oder eine ähnlich abgefuckte Möhre zu einem der angesagten Tuner gefahren und dann geht es auch schon los, das volle Programm des Horrors. In die Miniaturradhäuser des Reiskochers, in denen sich vorher noch rostige 14″-Felgen mit abgefahrenen Reifen drehten, stopfen die Freaks chromglänzende Bling Bling-Scheiße in 22 Zoll Größe.

Die gleiche Größenangabe findet sich auch beim an den Fahrzeughimmel getackerten Monitor wieder, der beim “auf-Knopfdruck- herunterklappen” den Fondpassagieren erst einmal ordentlich die hohlen Birnen verbeult und dann die Controller der neuesten Spielekonsole aus der Hand schlägt. Die Stereoanlage hat mehr Dampf als die in der örtlichen Dorfdiskothek und bringt das Glas des in der Mittelkonsole verbauten Piranhaaquariums ordentlich zum Scheppern. Nach dem Anbau diverser übergroßer Spoiler rundherum bekommt der Wagen ein mehrfarbige Lackierung, die aus der Karre eine bunte Kasperbude macht, mit der ich vor Scham nicht mal aus dem Tor der Tuningwerkstatt rollen würde.

Die “Begünstigten” tun dann immer total happy, springen und kreischen, beeindrucken ihre Homies und zwei Wochen später taucht der “Traumwagen, den John niemals wieder hergibt” bei ebay auf, mit dem gewinnbringenden Hinweis: bekannt aus der Fernsehsendung “Verschandel meine Karre” oder “Pimp my ride” wie es bei den Amis so schön heißt. Wat’n Dreck …

In Ermangelung an brauchbaren Alternativen, die einem aus dem Röhrenapparat, den man mir damals noch als Fernseher verkauft hat, während man heutzutage ja nur noch “HD-ready-surroundsound-ambilight-dingsbums-trallala-Flat-Screen-TVs” bekommt, entgegen geschleudert werden, schauten wir uns am gestrigen Samstag den 04.06.2011 tatsächlich noch mal eine Ausgabe der Sendung “Schlag den Raab” auf ProSieben an. Wobei anschauen jetzt fast schon übertrieben ist. Es lief halt im Hintergrund und erschien mir besser als der Silbereisen Florian, den man mir bei den Öffentlich-Rechtlichen für die tollen durch Mitarbeiter der GEZ eingetriebenen Gebühren um die Ohren hauen wollte.

Die erste augenscheinliche Veränderung war, wie ich später, als ich mich aus der Küche zum traditionellen Fernsehaufstellort – dem Wohnzimmer – schleppte, feststellen durfte die, dass Herr Opdenhövel wohl keine Lust mehr auf Stefan Raab hatte. Oder umgekehrt. Aber mir egal. Viel schlimmer war der Ersatz. Denn wer nun glaubt, man hätte einen der Show angemessenen jungen, dynamischen Moderator gefunden, der mit Wortwitz durch die Sendung führt, der hat leider Pech gehabt, denn stattdessen kam Steven Gätjen.

Ich kann meiner Abneigung gegen diesen Herrn kaum genug Ausdruck verleihen, sind es doch diverse Punkte, die mich an ihm stören. Einerseits ist es das Aussehen. Der Seitenscheitel in Kombination mit dem Anzug lässt ihn vor meinem geistigen Auge eher ein stinklangweiliges Wirtschaftsmagazin moderieren. Oder wahlweise eine Schlagershow im Ersten – gerne als Duett mit dem erwähnten Herrn Silbereisen. Andererseits mochte ich seine Art nicht. Er trat arrogant auf und konnte mit vielen Situation nicht so locker umgehen wie sein Vorgänger. Anstatt mit einem flotten Spruch einfach über Dinge hinweg zu gehen kamen in trotzigem Von-oben-herunter-Ton Sätze wie “Ich habe es euch doch jetzt schon x-mal gesagt …” Der hörte sich an wie meine Deutschlehrerin und nicht wie ein lockerer Moderator. Aber was ich erwarte ich auch von jemandem, der “Gülcans Traumhochzeit” moderiert hat?

Ach ja, Kandidaten gab es auch. Da Stefan zumindest vor den Spielen noch fit war, durfte diesmal wohl auch wieder ein Mann gegen ihn antreten. Das Rennen bei der Vorauswahl machte Tobias Rieder, der wohl Arzt bei der Bundeswehr ist, was sich im Laufe der Show noch als nützlich herausstellen sollte. Letztendlich schlug sich Tobias beim Kampf um 1 Millionen Euro, die im Jackpot lagen, ganz gut gegen Stefan, der dann aber letztendlich gewann. Lange ging es, immerhin bis Spiel 14. Und mit einer Verletzung beim Nudelgreifen. Nein, nicht was ihr jetzt wieder denkt, auch wenn die Sendung wohl in Köln produziert wird.

Alles in allem waren einige nette Spiele dabei, aber wenn man es nicht gesehen hat, hat man auch nichts verpasst.

Gestern war es soweit, in Düsseldorf stieg der Eurovision Song Contest 2011 – im Internet gerne auch nur als ESC bezeichnet. Esc bedeutet bei mir ja noch Escape und das schoss mir die meiste Zeit auch durch den Kopf: wie kann man dem Kram nur entkommen? Die Eröffnung, die ich leider nicht mitbekommen hatte (da waren wir noch unterwegs) muss grandios gewesen sein, Raab trug “Satellite” mit Big-Band, Lena und 42 Leno-Doubles vor und alles war ein Riesenspektakel. Doch der eigentliche Contest, zu dem wir dann pünktlich zu Hause und vor dem Fernseher waren, hatte streckenweise die Wirkung von Valium, man musste doch sehr gegen das Einschlafen ankämpfen. Aber hier erst einmal das Video der Eröffnung:

 

Tja, was soll ich sagen? Viele Lieder waren einfach nur eintönig. Und wenn man davon ausgeht, dass das schon die Besten ihres Landes waren, dann will man die Schlechteren gar nicht kennen. Ansonsten hatte die ganze Veranstaltung zeitweise was von Comedy, was die jungen Zuschauer freuen, die alteingesessenen Grand Prix de la Chanson-Gucker aber vermutlich peinlichst berührt hat – geht ja gar nicht. Lenas Lied war ebenso langweilig und ihre dazu dargebotene Performance erinnerte an Damen, die sich nachts im Gewerbegebiet an Straßenlaternen räkeln – habe ich mir sagen lassen.

Das Voting war entsprechend unspektakulär, die Leier der einzelnen Landesvertreter sinngemäß immer die gleiche: “Hallo, hier ist Hintertupfingen, ich sag jetzt noch drei auswendig gelernte Worte auf deutsch, um dann in englisch noch mal überschwänglichst zu betonen, wie großartig die Show doch war, bevor ich das Ergebnis des Voting präsentiere.”

Ok, keiner wird freiwillig sagen: “Tach auch, hier ist Timbuktu, ich find eure Sprache scheiße, die Show war einfach nur peinlich, aber ihr habt mit dem ganzen Leinwand- und Lichtzauber ordentlich einen auf dicke Hose gemacht. Punkte gibt es von uns nicht, da wir den ganzen Eurovision Scheißendreck boykottieren, bis endlich wieder jeder landesvertretende Musiker auch in der entsprechenden Landessprache singt. Nacht!”

Kommen wir zum Punkt: Aserbaidschan hat gewonnen. Wo das ist? Keine Ahnung, ich glaube ganz rechts auf der Karte, direkt neben der Türkei. Ist aber auch egal, nächste Woche kräht kein Hahn mehr danach, auch wenn das Gewinner-Duo Ell und Nikki sich ‘nen Wolf gefreut haben und das Lied “Running Scared” heute morgen tatsächlich mal im Radio lief.

Habe ich irgendwas vergessen? Wenn ja, schreibt es einfach in die Kommentare. Danke.

Ich schaue gemütlich eine amerikanische Krimiserie und wie so häufig wird diese durch eine Werbepause unterbrochen. Ich gehöre eigentlich zur Spezies der Zapper, die in jeder Werbeunterbrechung wie wild durch die Kanäle hüpfen, um dann wenige Minuten später festzustellen, dass man verpasst hat, wie es in der ursprünglichen angesehenen Serie weiter ging. Aber in letzter Zeit nutze ich die Werbepausen einfach für andere Dinge: Mails gucken, Essen und Trinken organisieren oder nach erreichen des Blasenhöchstfüllstandes auch wieder entsorgen. Meist passt mein Timing dabei ganz gut.

Dann kehre ich zeitig zurück, wenn die Sendung weitergeht. Und was muss ich sehen? Die letzten zwei Minuten, die ich bereits kurz vor der Werbung gesehen hatte. Was soll das? Sind die Fernsehzuschauer von heute schon so strunzendoof vergesslich, dass sie sich nicht 5 Minuten lang merken können, was vor der Unterbrechung passiert ist? Ein Rückblick auf die Geschehnisse der letzten Woche in der Art von “Letzte Folge sahen sie …” oder “Was bisher geschah …” kann ich ja durchaus noch nachvollziehen. Aber diese Unterstellung eines nicht funktionierenden Kurzzeitgedächtnisses halte ich schon für dreist.

Wie seht ihr das? Braucht ihr diesen kurzen Rückblick, weil ihr beim Pinkeln schon wieder vergessen habt, in welchem Raum der Fernseher steht? Oder nervt euch der Kram auch einfach nur so wie mich?

Ich war grob geschätzte 13 Jahre alt und fiel somit voll in das Beuteschema des US-Militärs, als ich den Film “Top Gun” sah, der in Deutschland ja wie üblich einen total töften Untertitel (“Sie fürchten weder Tod noch Teufel”) erhalten musste. Wäre ich amrikanischer Staatsbürger gewesen, hätte ich mich vermutlich sofort auf Lebzeit verpflichtet – voller Hoffnung, irgendwann eine F14 “Tomcat” fliegen zu dürfen. Wahrscheinlich hätte ich aufgrund von Unfähigkeit bis zu meiner Pensionierung Latrinen geschrubbt, aber das ist ein anderes Thema.

Binnen kürzester Zeit hatte ich den Film so oft gesehen, dass ich jede Szene auswendig kannte, jeden Dialog mitsprechen konnte (das kennen die weiblichen Leser wohl von Dirty Dancing), den jungen Tom Cruise obercool fand (wer wollte nicht Lt. Pete „Maverick“ Mitchell sein?) und auch total auf Kelly McGillis stand (was mir heute total unerklärlich scheint), die eine Instruktorin namens Charlotte „Charlie“ Blackwood mimte. Und ich mochte Kawasaki Motorräder und den Porsche 356 in der Cabrio-Version, auch wenn dieser dank des Films etwas zu einem Frauenauto degradiert wurde.

Natürlich war dies ein großteils ein verseuchter Werbefilm, der aber dennoch recht erfolgreich war, auch wenn er vor Fehlern nur so strotzt. Die Flugszenen waren einfach super, die Musik auch und es ist heutzutage immer wieder witzig zu sehen, welche heutigen Weltstars damals eine kleine Nebenrolle in dem Film besetzen durften. Bestes Beispiel dafür ist Meg Ryan, die als Carol Bradshaw die Frau von Mavericks Copiloten Lt. Nick „Goose“ Bradshaw mimt, der ja im Film stirbt. Oder aber Val Kilmer alias Lt. Tom „Iceman“ Kazanski, den damals auch keine Sau kannte.

Natürlich besitze ich den Film als DVD (einziges Extra ist hierauf die Möglichkeit, den Film in geschätzt 28,3 Trillionen verschiedenen Sprachen zu sehen, wobei das bereits erwähnte Kennen aller Dialoge außerordentlich hilfreich ist, und das ganze zu einer spaßigen Sache werden lässt), den Soundtrack als CD und niemals werde ich diese Sachen abgeben.

Und was ist hier jetzt gelästert? Nichts. Außer, dass es vor einigen Tagen kaum Alternativen im Fernsehen gab und man sich nur zwischen zich Wiederholungen das kleinste Übel auswählen durfte. Ich wählte eine Mischung aus Top Gun und Sister Act 2.

Habt ihr einen Kultfilm, den ihr schon tausend mal gesehen habt?

So plump wird eine morgens um 4.40 Uhr im Ersten laufende Sendung in unserer Fernsehzeitung genannt, die auf den Seiten des Ersten den klangvollen Namen “Die schönsten Bahnstrecken Europas” trägt und deren Untertitel dort “Führerstands-Mitfahrten | Schweiz: Zermatt – St. Moritz” lautet. Bevor nun die ersten Leser die nächstgelegene psychiatrische Einrichtung googlen, muss ich kurz erklären, warum wir sogar über solche Sendungen schreiben können.

Es ist die Nacht von Donnerstag auf Freitag, eigentlich der frühe Freitagmorgen, der in der Fernsehzeitung aber aufgrund der Uhrzeit noch ganz am Ende des Donnerstags zu finden ist. Gegen 4.30 Uhr werde ich wach, gehe pinkeln und kann nicht mehr einschlafen. Um meine Frau nicht zu wecken, schnappe ich mir meine Decke und verkrümel mich auf die Couch ins Wohnzimmer, die Hoffnung hegend, irgendeine Tierdoku zu erhaschen, die mich noch ein paar Stunden Schlaf finden lässt.

Ich schalte den Fernseher an und “Das Erste”, das bei mir noch immer ARD heißt, auch wenn das falsch ist, überrascht mich mit der Perspektive aus dem Führerstand eines fahrenden Zuges auf die vor ihm liegenden Gleise. Ungefähr 3 Minuten lang fahre ich mit, glaube noch, einen spannenden Film gefunden zu haben, warte auf den großen Crash mit Explosionen und ähnlichem Tohuwabohu. Endlich nähern wir uns einem kleinen beschrankten Bahnübergang, an dem 2 Autos und ein Radfahrer warten. Und dann passiert es (Spannungsbogenaufbau): Nichts. Wir fahren vorbei. Genauso an einem verlassenen Bahnhof, an dem ein paar Güterwaggons rumstehen. Es geht vorbei an grünen Landschaften, alles ist idyllisch. Der Blick in die Fernsehzeitung offenbart nur oben erwähnten “Bahn”-Hinweis.

Jetzt mal ehrlich: Wer guckt denn so etwas? Hand hoch! Los, meldet euch! Wer stellt sich für diese immerhin 14 Minuten und 11 Sekunden dauernde Sendung extra den Wecker? In der Woche versteht sich. Freiwillige vor!

Ach ja, eingenickt bin ich darüber nicht, war viel zu verärgert, dass es sich nicht um einen Actionfilm handelte und habe mir aus Trotz auf n-tv eine Dokumentation über Kuppelbau früher und heute angesehen, worüber ich leider auch nicht einschlafen konnte. Welches Fernsehformat hilft euch beim Einschlafen?

Liebes Tagebuch, es ist Samstagabend, der 16.04.2011. Wir nähern uns langsam der magischen Uhrzeit: 20.15 Uhr. Während normale Menschen sich mit anderen Menschen treffen oder noch für die Vorbereitungen dazu im Bad stehen, treibt sich unsereins im Freizeitdress in der Küche herum, um für den bevorstehenden DSDS-Marathon letzte nahrungstechnische Vorbereitungen zu treffen, um höchstens noch mal bei einsetzendem Harndrang die Couch verlassen zu müssen. Das Motto der Show wurde diesmal übrigens bei einem lokalen Radiosender geklaut und nervt daher schon bei der ersten Ankündigung. Immerhin verspricht der Teil mit den 80er und 90ern für Menschen meinen Alters eine interessante Musikrichtung mit bekannten “Klassikern”. Das Gros der Zuschauer wird die Lieder aber noch nie gehört haben, da sie zu der Zeit noch in glücklich in Papas Beutel herum schwammen, während sie am heutigen Abend wieder seine Telefonrechnung in die Höhe schrauben werden und er sich wünscht, dass sie wieder in besagtem Beutel wären.

Noch vor der Show der erste Schock: in einem Einspieler droht Ardian Bujupi sich auszuziehen, falls er ins Finale kommt. Wer will den denn nackt sehen? Sarah Engels nackt … ok, aber Ardian Bujupi? Na ja, die Show beginnt und ich werde mich heute nicht in epischer Breite darüber auslassen, wie kacke ich Moderator und Jury finde. Meine Meinung dahingehend sollte nun hinlänglich bekannt sein. Die 5 verbleibenden Superstars in spe dürfen heute jeder 3 Lieder präsentieren, Sebastian Wurth, der aufgrund mangelnder Volljährigkeit ab 22.00 Uhr immer neben der Bühne bei Mutti hocken muss, singt seinen 3. Titel schon etwas früher, um zeitig fertig zu werden.

Auch in dieser Sendung gehen meine Meinung und die der Jury weit auseinander, auch dies ist keine wirklich Neuigkeit. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es hier nicht mehr um Gesang , sondern um Showeinlagen und Schlagzeilen geht. Dieter Bohlen meint, er würde Marco Angelini nicht wieder erkennen, wenn er ein CD von ihm hören würde. Eine herbe Kritik. Aber sind wir doch mal ehrlich: Pietro würde man auch nur wegen seiner eigenwilligen Abwandlungen und Textaussetzer erkennen. Ob das so toll ist?

Lange Rede, gar kein Sinn: Justin-Bieber-Imitator Sebastian Wurth ist raus und somit bleiben nur noch der bereits erwähnte Marco Angelini, der es, so lange Dieter was zu sagen hat, garantiert nicht wird, Sarah Engels, die mangels männlicher Zuschauer keine Chance hat, Ardian Bujupi, der es fast schon werden könnte und Pietro Lombardi, der jetzt schon bejubelt wird, als ob er den Titel bereits in der Tasche hätte.

Letztendlich ist es alles egal, denn spätestens in einem Jahr wird niemand mehr den Namen kennen und Dieter Bohlen wird mit Hilfe von RTL neue Talente verheizen und exzentrische Selbstdarsteller auf die Bühne stellen. Vermutlich dann auch aus den osteuropäischen Ländern, um noch mehr Kanonenfutter zu haben. Ob das Niveau, das wir jetzt mit Kackpot Lombardi und Fickfrosch Freddy erreicht haben, aber noch zu senken ist, wird sich dann zeigen. Aber ich traue den genannten Verantwortlichen da echt viel zu …

Gestern war der Jens wohl verhindert, aber kein Problem, habe ich mir halt Let’s Dance angesehen und kann ich so brühwarm berichten, wie es war und wer rausgeflogen ist. Auch wenn das vermutlich kaum jemanden interessiert und hier die Besuchermassen nur im Blog aufschlagen, wenn wir über nackte Tatsachen berichten, was ich bei der Hälfte der Let’s-Dance-Kandidaten aber ehrlich gesagt niemals machen würde. Aber ich schweife ab.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Stehenbleiben ist ein schönes Stichwort. Denn das sollten die Kandidaten nicht, sondern tanzen. Die einzelnen Leistungen zu bewerten, fällt mir als Nichttänzer, der einer gestrigen Theorie nach auch schlecht im Bett ist, natürlich schwer. Die Hälfte von dem Fachgeschwafel der Fachjury verstehe ich nicht mal ansatzweise, ich kann nur sehen, dass sich einige Kandidaten nur wenig bewegen und manche mehr oder minder unsicher wirken. Elefant im Porzellanladen würde es auch treffen.

Natürlich wurde bei und mit Kandidat Jörn Schlönvoigt nur über seine im Playboy nackt gezeigte Lebensabschnittspartnerin Sila Sahin gesprochen und ich will nicht wissen, was der Playboy an RTL für diese Art der Dauerwerbesendung gezahlt hat. Maite Kelly wurde nicht so toll bewertet wie wohl in den Vorwochen, der Checker Thomas Karaoglan wollte wohl hinwerfen, hat es sich aber leider noch mal überlegt und doch weiter gemacht. Bernd Herzsprung macht nach einer Woche Auszeit nach dem Tod seiner Mutter nun auch weiter und wurde sehr gelobt. Ganz im Gegensatz zu Kristina Bach, die komplett verrissen wurde und die niedrigste Punktzahl von der Fachjury bekam: 11 Punkte.

Eigentlich ging man davon aus, dass man mit so wenig Punkten nur rausfliegen kann, aber tatsächlich war Kristina samt Tanzpartner Erich weiter. Liliana Matthäus, deren Tanz ich als einzigen verpasst hatte, flog raus. Und da stellt sich mir die Frage: was haben Juryvoting und Zuschaueranrufe miteinander zu tun? Es fehlt wie häufig die Transparenz, angeblich trennten Liliana und Jörn nur 5 Anrufe.

Ich finde das alles sehr dubios, letztendlich geht es nur darum, wie im Fernsehen heutzutage üblich, Kohle mit dem Telefonvoting zu scheffeln. Was da im Hintergrund letztendlich ausgewertet wird oder schon vor der Show feststeht, weiß kein Mensch außer die Verantwortlichen. Da hilft auch kein Notar, wie er in anderen Formaten zur Untermauerung der Glaubwürdigkeit eingesetzt wird.

Ach, eins muss ich noch los werden: Silvie nervt ungemein. Und der Hartwich irgendwie auch.

Samstagabend, der 09.04.2011 – eine Woche nach dem “Skandal” (gähn). 20.15 Uhr, ich sitze auf der Couch. Im Fernsehen zeigt uns RTL die wasweißichwievielte Mottoshow von DSDS. Das ganze nervige Geschwalle von Schreyl und Co. nehme ich nur beiläufig wahr, da ich mit meiner sechsjährigen Tochter, die Fan von Marco Angelini ist, ein Pferdequartett spiele. Während die Karten also aufgrund eines höheren Stockmaßes oder Intelligenz der Pferde, die vermutlich auf allen Karten über den RTL-Lemmingen Zuschauern liegt, finden die ersten Auftritte statt.

Alles nichts weltbewegendes: Sebastian sang gut, Ardian ging mir mit seiner Machonummer auf den Sack, Zazou suchte ihre Stimme, Marco hatte Spaß, Sarah zeigte die anscheinend von ihrer Oma ausgeliehene Unterbuxe und Pietro … war halt Pietro. Und während meine Tochter, nachdem sie bei Kartenspiele verloren hatte, recht zeitig wegnickte, tat ich es ihr in der Pause bis zur Entscheidung gleich.

Glücklicherweise hatte ich das gesamte Vorabgeseiere vom Schreyl verpennt, wurde erst wieder wach, als nur noch Zazou und Marco vorne standen (so wie Dieter es vorhergesagt hatte – ein Schelm, wer Böses denkt). Marco war weiter und Zazou flog raus und darf sich jetzt wieder in der Schweiz auf die Suche nach ihrer Stimme begeben. Oder einfach weiter tanzen. Das kann sie wenigstens.

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