Das Thema ist alt und wir beziehungsweise vor allen Dingen ich habe mich hier im Blog schon häufig dazu ausgelassen: die Auswanderer, deren Naivität uns in diversen Dokus wie “Goodbye Deutschland – Die Auswanderer” und ähnlichen Formaten immer wieder gezeigt wird. Dennoch nutzt sich das Thema irgendwie nicht ab und man ist jedes Mal wieder erstaunt, mit was für Vorstellungen manche Träumer das Thema Auswandern angehen. Leider habe ich einen Großteil der Sendungen immer nur zum Teil mitbekommen, aber meistens reicht auch ein kleiner Ausschnitt, um zu sehen, dass das gestartete Projekt zum Scheitern verurteilt ist.
Da zeigen sie wieder ein Familie, die dem Klischee nach ergänzende Leistungen nach SGB 2 bezieht (Hartz IV), gerne als leicht verblödete Ossis dargestellt werden, die in irgendeinem skandinavischen Land einen Angelteich betreiben wollen. Das Gespräch stelle ich mir spannend vor. Er sitzt abends mit ihr auf der Couch und sächselt “Kömm Schoatz, wir mache röber in den Norden, ösch willn Angeldeisch btraibn.” Dazu haben sie das Wahnsinnsstartkapital von 3 Monatspachten für den Angelteich zur Verfügung. Erstens ist das nicht sonderlich viel und zweitens: woher haben die das Geld? Vom Hartz-IV-Bezug an Seite gelegt?
Gestern gab es dann wieder ein paar richtig Naive, die “mit Gottes Hilfe” ihr Glück in Brasilien versuchen wollten. Dazu sucht man sich aber kein beschauliches Städtchen aus, nein, es muss Rio de Janeiro sein, eine der gefährlichsten Städte der Welt. Ich war schon mal da und weiß, wovon ich rede. Da habe ich der Familie übrigens was voraus, denn die waren natürlich noch nie in Rio. Dafür haben sie jung geheiratet und eine Tochter bekommen, die zum Zeitpunkt der Auswanderung 7 war. Natürlich konnte keiner der drei Auswanderer portugiesisch, aber egal, wird schon werden. Schließlich hilft ja Gott, der ständig angebetet wird. Jedem seinen Glauben, aber irgendwie meinte Gott es mit seinen Schäfchen nicht gut, denn ungefähr alles, was schief gehen konnte ging auch schief. Da half auch der vermeintlich gut bezahlte Lehrerjob nichts, der neben der Abenteuerlust der Beiden ohne Rücksicht auf die Tochter, Grund für den Trip nach Rio war. Letztendlich war man sich nach kurzer Zeit einig, dass man wieder nach Deutschland zurück wolle. Wer hätte das gedacht?
Ich frage nochmals: Wie kann ich in ein Land auswandern, dass ich gar nicht kenne, dessen Landessprache ich nicht beherrsche und das am besten noch ohne Startkapital und geregelte Ein- und Unterkünfte? Es geht mir nicht in den Kopf …








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