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Ja, ist denn da ProSieben nicht ein Licht aufgegangen? Das riecht doch nach Betrug, jeder Nerd weiß doch, dass es Bielefeld gar nicht gibt. Nun soll der durchtrainierte, sympathische und intelligente Gil Kwamo Kamdem, der normalerweise den Polzeidienst bereichert und 30 Jahre alt ist, 1,5 Millionen Euro gewonnen haben? Gibt´s doch gar nicht!

Wisst ihr was mich an Stefan Raabs Sendung “Schlag den Raab” stört? Es fehlt die Dauerwell-Frisur von Thomas Gottschalk, denn der hat auch übertrieben und immer “überzogen”. Gestern ging die Sendung bis kurz vor 2.00 Uhr. Da kann man doch von einem Marathon im TV Zuschauer quälen sprechen, oder? Wann kommt Raab eigentlich ins Guiness Buch der Rekorde mit der längsten Live-Spiel Show?

Nun gut, Lena Meyer Landrut durfte auch mal wieder im Fernsehen auftreten und “What a Man” singen, Lenny Kravitz stand auch wieder auf der Bühne und Udo Lindenberg verdient sich nun aktuell auch wieder ein paar Cent dazu. Bei ihm gab es den Song: “Ein Herz kann man nicht reparieren”. Mit der CD MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic – Udo Lindenberg soll Udo sich ja sogar neue Fans besorgt haben, sei es ihm gegönnt, das Hotelzimmer muss ja schließlich bezahlt werden. Für diejenigen die es nicht wissen, der Panikrocker Udo lebt seit Jahren / Jahrzenten / Jahrhunderten schon im Hotel Atlantic.

Die 1,5 Mille holte sich Gil auf jedenfall durch ein Flummi Spiel, ansonsten mussten die beiden Luftballons aufpusten, prominente Paare zusammenfügen, Wasser-Fussball spielen, Modellboote fahren, Wörter aus einer Buchstabensuppe zusammenfügen, Münzen erfühlen, Kugelstoßen und und und. Raab dominierte natürlich beim Autorennen, Gil bei Blamieren oder Kassieren… es war spannend bis zum Schluss, aber das lag nicht an den Spielen sondern eher am knappen Spielstand. Wir gönnen es dem Gil, obwohl wir ja genau wissen, dass es Bielefeld gar nicht gibt!

In Ermangelung an brauchbaren Alternativen, die einem aus dem Röhrenapparat, den man mir damals noch als Fernseher verkauft hat, während man heutzutage ja nur noch “HD-ready-surroundsound-ambilight-dingsbums-trallala-Flat-Screen-TVs” bekommt, entgegen geschleudert werden, schauten wir uns am gestrigen Samstag den 04.06.2011 tatsächlich noch mal eine Ausgabe der Sendung “Schlag den Raab” auf ProSieben an. Wobei anschauen jetzt fast schon übertrieben ist. Es lief halt im Hintergrund und erschien mir besser als der Silbereisen Florian, den man mir bei den Öffentlich-Rechtlichen für die tollen durch Mitarbeiter der GEZ eingetriebenen Gebühren um die Ohren hauen wollte.

Die erste augenscheinliche Veränderung war, wie ich später, als ich mich aus der Küche zum traditionellen Fernsehaufstellort – dem Wohnzimmer – schleppte, feststellen durfte die, dass Herr Opdenhövel wohl keine Lust mehr auf Stefan Raab hatte. Oder umgekehrt. Aber mir egal. Viel schlimmer war der Ersatz. Denn wer nun glaubt, man hätte einen der Show angemessenen jungen, dynamischen Moderator gefunden, der mit Wortwitz durch die Sendung führt, der hat leider Pech gehabt, denn stattdessen kam Steven Gätjen.

Ich kann meiner Abneigung gegen diesen Herrn kaum genug Ausdruck verleihen, sind es doch diverse Punkte, die mich an ihm stören. Einerseits ist es das Aussehen. Der Seitenscheitel in Kombination mit dem Anzug lässt ihn vor meinem geistigen Auge eher ein stinklangweiliges Wirtschaftsmagazin moderieren. Oder wahlweise eine Schlagershow im Ersten – gerne als Duett mit dem erwähnten Herrn Silbereisen. Andererseits mochte ich seine Art nicht. Er trat arrogant auf und konnte mit vielen Situation nicht so locker umgehen wie sein Vorgänger. Anstatt mit einem flotten Spruch einfach über Dinge hinweg zu gehen kamen in trotzigem Von-oben-herunter-Ton Sätze wie “Ich habe es euch doch jetzt schon x-mal gesagt …” Der hörte sich an wie meine Deutschlehrerin und nicht wie ein lockerer Moderator. Aber was ich erwarte ich auch von jemandem, der “Gülcans Traumhochzeit” moderiert hat?

Ach ja, Kandidaten gab es auch. Da Stefan zumindest vor den Spielen noch fit war, durfte diesmal wohl auch wieder ein Mann gegen ihn antreten. Das Rennen bei der Vorauswahl machte Tobias Rieder, der wohl Arzt bei der Bundeswehr ist, was sich im Laufe der Show noch als nützlich herausstellen sollte. Letztendlich schlug sich Tobias beim Kampf um 1 Millionen Euro, die im Jackpot lagen, ganz gut gegen Stefan, der dann aber letztendlich gewann. Lange ging es, immerhin bis Spiel 14. Und mit einer Verletzung beim Nudelgreifen. Nein, nicht was ihr jetzt wieder denkt, auch wenn die Sendung wohl in Köln produziert wird.

Alles in allem waren einige nette Spiele dabei, aber wenn man es nicht gesehen hat, hat man auch nichts verpasst.

Nee, was geht mir die deutsche Fernsehlandschaft aktuell auf den Sack. Ich entschuldige mich für diese unverblümte Ausdrucksweise, aber anders ist die Verärgerung nicht kundzutun. Bei dem, was dem Zuschauer da aktuell geboten wird, kann man echt nur den Kopf schütteln.

Da wird wochenlang ein Boxkampf promotet, der in der 1. Runde bereits endet und im Nachhinein auf Pressekonferenzen für mehr Action als im Ring sorgt.

Bei DSDS wird ein mal ganz kurz “versehentlich”ein Zahlendreher bei den Telefonnummern gezeigt und das CSI Wanne-Eikel ermittelt nun, ob es Absicht war, um eine weitere Sendung zeigen zu können und somit das Finale eine Woche weiter zu schieben – in eine Woche, in der man nicht gegen “Wetten, das …?” antreten muss. Außerdem sollen nun die Anrufer ihre Kohle zurück bekommen, wie auch immer so etwas funktionieren soll. Und last but not least zählen die Anrufe bis zum Zahlendreher für die nächste Sendung. Warum dann nicht einfach auch für die vergangene Show? Ach ja, den Gesang oder wie auch immer man das bei manchen Kandidaten nennen soll, hat aufgrund des Skandals keiner mehr interessiert.

Als der Kack vorbei war, habe ich zu ProSieben geschaltet. In dem Moment verlor Raab ein Spiel und die Gegnerin (ja, man wählte eine Frau, vermutlich, damit Raab mal wieder gewinnt) bekam 11 Punkte. Wie ich dann sehen musste, hatte sie aber erst 7 durch 2 gewonnene Spiele, den Rest hatte Raab gewonnen der bereits 48 Punkte hatte. Es kam, wie es kommen musste und Stefan Raab gewann. Da war es dann aber auch schon früher Morgen. Gähn!

Gestern schaute ich dann entgegen meiner Aussage doch noch mal die Regina-Halmich-macht-schlank-Show, in der man Menschen in bunten T-Shirts beim Schwitzen beobachten kann. Und was soll ich sagen? Es war wie immer. Dicke Menschen schwitzten beim Sport, wurden mit Frikadellchen und Schokolade in Versuchung geführt und am Ende musste ein Team die Show verlassen. Diesmal traf es Team Schwarz, die ich wegen ihrer eher unauffälligen Art kaum wahrgenommen hatte. Warum auch immer erhalten diese aber die Chance, in das Camp zurückzukehren, was ich total doof finde. Entweder man ist raus oder nicht.

Warum müssen Regeln immer komplizierter werden? Früher gab es Shows mit Spielen und wer verlor, war raus. Ende. So einfach geht es und es machte Spaß. heute fliegt man raus, kann aber wieder rein und keiner kapiert so recht, was das soll. Aber egal, der Fernsehzuschauer von heute ist eh doof und schluckt wie ein Lemming alles, was ihm telemedial vorgesetzt wird. So scheinen es zumindest die Fernsehender zu glauben.

Das bringt mich dazu, mich in letzter Zeit einfach von amerikanischen Krimiserien berieseln zu lassen, bis ich in der Mitte der Sendung auf der Couch einnicke. Dann wache ich mitten in der Nacht auf und bin keineswegs verärgert, das Ende der Sendung verpasst zu haben, weil es schlichtweg egal ist. Und dann mache ich den Kasten aus und gehe ins Bett. Das Fernsehen als bessere Einschlafhilfe – nicht mehr als Unterhaltungsmedium. Ob das vom Erfinder so gedacht war?

Tja Stefan war es jedenfalls nicht ;) … Der Sendezeitkönig von Pro Sieben schaffte es mal wieder nicht gegen einen Kandidaten zu gewinnen und verlor mit 61:17 gegen Deanon. Deanon freute sich über 500.000€ die scheinbar leicht verdient waren ;)

Event. war Raab noch angeschlagen, eventuell hatte Adele die ja leider nicht gesungen hatte und ihren Auftritt krankheitsbedingt abgesagt hatte ihn angesteckt, eventuell steckt auch die Wettmafia dahinter … Wer weiss das schon?

In der nächsten Schlag den Raab Ausgabe geht es also wieder um 500,000€ und beim nächsten mal wünsche ich mir wieder eine Frau als Teilnehmerin…

Nach der 4-monatigen Sommerpause ging es am 18.09.2010 bei Schlag den Raab um 1 Millionen Euro, da Stefan Raab, den Jackpot in der letzten Sendung durch einen Sieg hochschrauben konnte. Und mal wieder sollte die Sendung zur Freude von ProSieben von 20.15 Uhr bis 1.30 Uhr dauern und über die volle Distanz von 15 Spielen gehen. In der Länge konnten dan auch gut die 3 Musikacts von Phil Collins, Kylie Minogue und Juli untergebracht werden.

Von den 5 vorgestellten möglichen Kandidaten konnte sich Thorsten, 28, Gymnasiallehrer (Erdkunde, Sport) aus Heidenheim, der Gunst der Zuschauer versichern und trat gegen einen diesmal nach eigener Info recht fitten Stefan antreten.

Die verschiedenen Spiele lagen den beiden Kontrahenten unterschiedlich gut, aber irgendwann konnte sich Kandidat Thorsten punktemäßig absetzen. Das half ihm aber nichts, denn Raab kämpfte sich wieder ran und konnte auch die Matchballspiele für sich entscheiden. Das finale 15. Spiel mit dem Namen “Millionenwurf” sollte die Entscheidung bringen. Basketballkorbwürfe beginnend bei 20 Metern, immer abwechselnd. Kein Treffer , einen Meter näher ran. Wer zuerst trifft, hat gewonnen, insofern der Gegner nicht nachlegen kann. Raab begann und legte somit immer vor.

Und wer hat gewonnen? Nachdem beide Spieler bei 12 Metern den Korb verfehlten ging es an die 11 Meter – Linie. Raab traf nicht, Thorsten aber fast schon locker aus dem Handgelenk. Für ihn also wirklich ein Millionenwurf, den er kaum fassen konnte, starrte er fast regungslos vor sich hin, während rundherumfast alle in Jubel ausbrachen.

Somit geht es in der nächsten Ausgabe wieder “nur noch” um eine halbe Millionen. Blöd, oder?

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