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Nachdem Jens sich schon über Viva beschwert hat, wende ich mich heute dem Muttersender des Musikfernsehens zu: MTV. Unschwer zu erraten: MTV steht (oder stand?) für Music Television. Wenn es aber nach dem aktuell hier in Deutschland zu sehenden Programm geht, müsste der Sender „DSTV“ heißen: Doku Soap Television.

Die Idee, für die meist jugendliche Zielgruppe geeignete Soaps auszustrahlen, mag ja nicht schlecht sein, um das Programm abzurunden. Aber wenn es nur noch nachts, wenn die vorgenannten Jugendlichen in ihren feuchten Träumen schwelgen, längere Strecken von aneinandergereihten Musikvideos gibt, so finde ich das doof.

Und so darf ich mir nun ansehen, wie eine arrogante Blondierte einen beknackten aus einem Bus stolpernden Möchtegernlover nach dem anderen „nexted“ oder wie ein Supercoach versucht, aus dem vollkommen talentfreien Fettsack gewichtstechnisch sowie optisch Benachteilgigten der örtlichen Highschool innerhalb weniger Wochen ohne operative Eingriffe einen coolen Hip-Hop-Künstler zu schaffen, damit dieser den grundsätzlich in Kürze stattfindenden Wettbewerb an besagter Schule gewinnt.

Oder ich darf miterleben, wie eine verzogene Göre mit ihrem anscheinend debilen Vater, der auf welchem Weg auch immer zu einer Menge Schotter gelangt ist, darüber diskutiert, ob zu ihrem 16. Geburtstag und der damit einhergehenden Fahrerlaubnis doch eher das 200.000 $ teure Cabriolet mit pinker Sonderlackierung und mit Straßsteinchen besetztem Interieur passt oder sie doch lieber einen geschätzt 8 Tonnen schweren Klimakiller SUV fahren sollte (Cadillac natürlich), was dem besorgten Vater aus Sicherheitsgründen auch besser gefallen würde, bei den Klassenkameradinnen aber nicht so gut ankäm.

Ebenfalls beliebt und immerhin noch mit einem Bezug zur Musik: alternden Musikgrößen dabei zusehen, wie sich diese auf dem heimischen Diwan am Sack kraulen, während die missratenen Sprösslinge gerade die Kohle für Drogenpartys und einen neuen Sportflitzer aus dem Fenster werfen.

Abgerundet wird das Ganze dann durch professionelle Vollidioten sowie Amateure, die sich absichtlich Schmerzen zufügen (lassen), um Kohle zu bekommen. Bei den Amateuren geht es nur um kleinere Summen und geringere Schmerzen, die Profis tackern sich da auch gerne mal ein Stück rohes Fleisch an die Genitalien, bevor sie nackt im Alligatorteich schwimmen gehen. Dafür klingelt dann aber auch die Kasse, wenn man es mit solchen Aktionen auf die Kinoleinwände der Welt schafft.

Natürlich gibt es heute andere Medien, die mir den Zugang zu Musikvideos ermöglichen. Youtube und Co. sind voll mit legal und illegal präsentierten Videos. Aber ich würde mich gerne wieder von Musik aus dem Fernseher berieseln lassen. Und wenn der Blick Richtung Fernsehschirm schweift, erblickt man die nicht unansehnliche Künstlerin, wie sie ihre Hüften passend zur Musik kreisen lässt. Auch hier gilt (wie so oft): früher war alles besser!

Ihr braucht noch ein tolles Geschenk für Autofahrer?

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2 Antworten bis “MTV = Music Television?”

  1. Manch Glücklicher kann wohl das österreichische GoTV empfangen. Unsereins hat nicht mal MTV. Gibt’s über DVBT in Berlin nicht,

  2. Hallo Will, willkommen hier!
    GoTV sagt mir nix. Und verpasst hast Du nichts, wie der obige Text ja verdeutlicht. Es sei denn, Du magst solche Teenie-Dokus. ;-)

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