Gestern war es soweit, in Düsseldorf stieg der Eurovision Song Contest 2011 – im Internet gerne auch nur als ESC bezeichnet. Esc bedeutet bei mir ja noch Escape und das schoss mir die meiste Zeit auch durch den Kopf: wie kann man dem Kram nur entkommen? Die Eröffnung, die ich leider nicht mitbekommen hatte (da waren wir noch unterwegs) muss grandios gewesen sein, Raab trug “Satellite” mit Big-Band, Lena und 42 Leno-Doubles vor und alles war ein Riesenspektakel. Doch der eigentliche Contest, zu dem wir dann pünktlich zu Hause und vor dem Fernseher waren, hatte streckenweise die Wirkung von Valium, man musste doch sehr gegen das Einschlafen ankämpfen. Aber hier erst einmal das Video der Eröffnung:
Tja, was soll ich sagen? Viele Lieder waren einfach nur eintönig. Und wenn man davon ausgeht, dass das schon die Besten ihres Landes waren, dann will man die Schlechteren gar nicht kennen. Ansonsten hatte die ganze Veranstaltung zeitweise was von Comedy, was die jungen Zuschauer freuen, die alteingesessenen Grand Prix de la Chanson-Gucker aber vermutlich peinlichst berührt hat – geht ja gar nicht. Lenas Lied war ebenso langweilig und ihre dazu dargebotene Performance erinnerte an Damen, die sich nachts im Gewerbegebiet an Straßenlaternen räkeln – habe ich mir sagen lassen.
Das Voting war entsprechend unspektakulär, die Leier der einzelnen Landesvertreter sinngemäß immer die gleiche: “Hallo, hier ist Hintertupfingen, ich sag jetzt noch drei auswendig gelernte Worte auf deutsch, um dann in englisch noch mal überschwänglichst zu betonen, wie großartig die Show doch war, bevor ich das Ergebnis des Voting präsentiere.”
Ok, keiner wird freiwillig sagen: “Tach auch, hier ist Timbuktu, ich find eure Sprache scheiße, die Show war einfach nur peinlich, aber ihr habt mit dem ganzen Leinwand- und Lichtzauber ordentlich einen auf dicke Hose gemacht. Punkte gibt es von uns nicht, da wir den ganzen Eurovision Scheißendreck boykottieren, bis endlich wieder jeder landesvertretende Musiker auch in der entsprechenden Landessprache singt. Nacht!”
Kommen wir zum Punkt: Aserbaidschan hat gewonnen. Wo das ist? Keine Ahnung, ich glaube ganz rechts auf der Karte, direkt neben der Türkei. Ist aber auch egal, nächste Woche kräht kein Hahn mehr danach, auch wenn das Gewinner-Duo Ell und Nikki sich ‘nen Wolf gefreut haben und das Lied “Running Scared” heute morgen tatsächlich mal im Radio lief.
Habe ich irgendwas vergessen? Wenn ja, schreibt es einfach in die Kommentare. Danke.









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