Liebes Tagebuch, es ist Samstagabend, der 16.04.2011. Wir nähern uns langsam der magischen Uhrzeit: 20.15 Uhr. Während normale Menschen sich mit anderen Menschen treffen oder noch für die Vorbereitungen dazu im Bad stehen, treibt sich unsereins im Freizeitdress in der Küche herum, um für den bevorstehenden DSDS-Marathon letzte nahrungstechnische Vorbereitungen zu treffen, um höchstens noch mal bei einsetzendem Harndrang die Couch verlassen zu müssen. Das Motto der Show wurde diesmal übrigens bei einem lokalen Radiosender geklaut und nervt daher schon bei der ersten Ankündigung. Immerhin verspricht der Teil mit den 80er und 90ern für Menschen meinen Alters eine interessante Musikrichtung mit bekannten “Klassikern”. Das Gros der Zuschauer wird die Lieder aber noch nie gehört haben, da sie zu der Zeit noch in glücklich in Papas Beutel herum schwammen, während sie am heutigen Abend wieder seine Telefonrechnung in die Höhe schrauben werden und er sich wünscht, dass sie wieder in besagtem Beutel wären.
Noch vor der Show der erste Schock: in einem Einspieler droht Ardian Bujupi sich auszuziehen, falls er ins Finale kommt. Wer will den denn nackt sehen? Sarah Engels nackt … ok, aber Ardian Bujupi? Na ja, die Show beginnt und ich werde mich heute nicht in epischer Breite darüber auslassen, wie kacke ich Moderator und Jury finde. Meine Meinung dahingehend sollte nun hinlänglich bekannt sein. Die 5 verbleibenden Superstars in spe dürfen heute jeder 3 Lieder präsentieren, Sebastian Wurth, der aufgrund mangelnder Volljährigkeit ab 22.00 Uhr immer neben der Bühne bei Mutti hocken muss, singt seinen 3. Titel schon etwas früher, um zeitig fertig zu werden.
Auch in dieser Sendung gehen meine Meinung und die der Jury weit auseinander, auch dies ist keine wirklich Neuigkeit. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es hier nicht mehr um Gesang , sondern um Showeinlagen und Schlagzeilen geht. Dieter Bohlen meint, er würde Marco Angelini nicht wieder erkennen, wenn er ein CD von ihm hören würde. Eine herbe Kritik. Aber sind wir doch mal ehrlich: Pietro würde man auch nur wegen seiner eigenwilligen Abwandlungen und Textaussetzer erkennen. Ob das so toll ist?
Lange Rede, gar kein Sinn: Justin-Bieber-Imitator Sebastian Wurth ist raus und somit bleiben nur noch der bereits erwähnte Marco Angelini, der es, so lange Dieter was zu sagen hat, garantiert nicht wird, Sarah Engels, die mangels männlicher Zuschauer keine Chance hat, Ardian Bujupi, der es fast schon werden könnte und Pietro Lombardi, der jetzt schon bejubelt wird, als ob er den Titel bereits in der Tasche hätte.
Letztendlich ist es alles egal, denn spätestens in einem Jahr wird niemand mehr den Namen kennen und Dieter Bohlen wird mit Hilfe von RTL neue Talente verheizen und exzentrische Selbstdarsteller auf die Bühne stellen. Vermutlich dann auch aus den osteuropäischen Ländern, um noch mehr Kanonenfutter zu haben. Ob das Niveau, das wir jetzt mit Kackpot Lombardi und Fickfrosch Freddy erreicht haben, aber noch zu senken ist, wird sich dann zeigen. Aber ich traue den genannten Verantwortlichen da echt viel zu …




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