Dauerwerbeblog

Ich schaue gemütlich eine amerikanische Krimiserie und wie so häufig wird diese durch eine Werbepause unterbrochen. Ich gehöre eigentlich zur Spezies der Zapper, die in jeder Werbeunterbrechung wie wild durch die Kanäle hüpfen, um dann wenige Minuten später festzustellen, dass man verpasst hat, wie es in der ursprünglichen angesehenen Serie weiter ging. Aber in letzter Zeit nutze ich die Werbepausen einfach für andere Dinge: Mails gucken, Essen und Trinken organisieren oder nach erreichen des Blasenhöchstfüllstandes auch wieder entsorgen. Meist passt mein Timing dabei ganz gut.

Dann kehre ich zeitig zurück, wenn die Sendung weitergeht. Und was muss ich sehen? Die letzten zwei Minuten, die ich bereits kurz vor der Werbung gesehen hatte. Was soll das? Sind die Fernsehzuschauer von heute schon so strunzendoof vergesslich, dass sie sich nicht 5 Minuten lang merken können, was vor der Unterbrechung passiert ist? Ein Rückblick auf die Geschehnisse der letzten Woche in der Art von “Letzte Folge sahen sie …” oder “Was bisher geschah …” kann ich ja durchaus noch nachvollziehen. Aber diese Unterstellung eines nicht funktionierenden Kurzzeitgedächtnisses halte ich schon für dreist.

Wie seht ihr das? Braucht ihr diesen kurzen Rückblick, weil ihr beim Pinkeln schon wieder vergessen habt, in welchem Raum der Fernseher steht? Oder nervt euch der Kram auch einfach nur so wie mich?

Einfach toll diese Familie: der Vater ein erfolgreicher Arzt, die Mutter eine erfolgreiche Anwältin, dazu noch ein Haufen Kinder verschiedenen Geschlechts und Alters, alles läuft einfach super und für jedes Problem wird scheinbar spielend leicht eine Lösung gefunden. Kindererziehung par excellence ganz ohne Supernanny.

Schaut man sich die erfolgreiche Serie mit der afroamerikanischen Vorzeigefamilie heute an – Kabel eins wiederholt diesen Serienklassiker aktuell -, so wirkt das Ganze doch mehr als unrealistisch. Zwar sind viele Problemlösungsansätze sicherlich theoretisch in Ordnung, aber in der Praxis wohl eher unüblich. Und so nervt es denn nach einer Weile des Zuschauens schon eher. Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass gerade Bill Cosby, nach dessem realen Vorbild die Serienfamilie erschaffen worden sein soll, im realen Leben wohl auch keine weiße Weste haben soll.

Die kleine Rudy (ich habe nie verstanden, warum ein Mädchen Rudy heißt – für mich ist und bleibt das eine Koseform von Rudolph) nervt mich einfach nur und auch Vanessa (in der Realität genau mein Baujahr) fand ich eher doof. Die lustigste Figur war sicherlich Theo, der mir mit seiner teilweise verpeilten Art ganz sympathisch war.

Und was machen die Darsteller heute so? Erst einmal die gute Nachricht: alle leben noch. Selbst die beiden Großeltern Anna und Russell Huxtable, gespielt von Clarice Taylor und Earle Hyman, die 1927 und 1926 geboren sind. Die Dame macht wohl schon geraume Zeit nichts mehr, der Herr ist noch vor zwei in einer TV-Serie aktiv gewesen.

Bill Cosby (Dr. Heathcliff “Cliff” Huxtable), der mittlerweile auch über 70 Jahre alt ist, tingelt zwar durch die Medien, ist aber schon geraume Zeit in keiner Serie oder Film zu sehen gewesen.

Phylicia Rashad (Claire Olivia Huxtable) habe ich kürzlich noch in einer Psych – Folge aus 2008 gesehen, in der sie die Mutter von Burton “Gus” Guster spielt. Allerdings ist sie da schon ein wenig aus dem Leim gegangen, hat sich im Alter wohl ein paar Pfunde angeknabbert.

Sabrina Le Beauf (Sondra Huxtable-Tibideaux) ist mittlerweile auch über 50 und schauspielert nur gelegentlich. Außerdem verdient sie ein paar Dollar als Innenarchitektin.

Lisa Bonet (Denise Huxtable-Kendall) wirkte in einem Film mit, der Sexszenen enthielt, die zum Rausschmiss der nackten Lisa aus der Cosby Show führten. Zum Trost heiratete sie Lenny Kravitz, von dem sie sich aber irgendwann auch wieder scheiden ließ. Sie ist ständig in Filmen und Serien aktiv.

Malcolm-Jamal Warner (Theodore Aloysius „Theo“ Huxtable) ist noch immer Schauspieler, Produzent und Frontmann einer Jazzband.

Tempestt Bledsoe (Vanessa Huxtable) hatte eine eigene Talkshow und wirkte in Filmen und zuletzt wieder vermehrt Fernsehserien mit, was aber auch schon wieder einige Jahre her ist.

Keshia Knight Pulliam (Rudith Lillian „Rudy“ Huxtable) spielt regelmäßig in mir total unbekannten Filmen mit, in den letzten Jahren allerdings fast nur Nebenrollen.

Raven-Symoné Pearman (Olivia Kendall) ist vielen noch als süße kleine Stieftochter von Denise bekannt. Sie hatte eine eigene Sendung in der sie sich selbst spielte und neben der Schauspielerei in Filmen und Serien singt sie auch noch, was hierzulande bisher aber zu keinerlei Platzierungen führte.

Interessantester Fact für alle Simpsons-Fans ist sicherlich, dass die Bill Cosby Show wegen den Simpsons eingestellt wurde, da im Direktvergleich der Einschaltquoten der Klassiker gegen die Comickultserie nicht mehr ankam.

Für absolute Fans: The Cosby Show – Die Komplett-Box (32 DVDs)

Habt ihr die Huxtables gesehen / gemocht? Oder eher nicht?

Ganz ehrlich? Ich habe Alf nie gemocht. Ich mochte den “Außerirdischen” einfach nicht, weder sein Aussehen, noch seine Art und die Stimme fand ich auch einfach nur ätzend. Seine typische Lache lässt mir heute Schauer des Entsetzens über den Rücken laufen. Und auch William “Willie” Tanner, der olle Spießer und Familienoberhaupt der Sippe, die ihn Alf bei sich zu Hause versteckte, war einfach nur öde, die Mutter eher nicht beachtenswert und der kleine Sohn ein typischer Quälgeist, der heutzutage ebenfalls bestens für grausige Werbung mit Kindern geeignet wäre, wenn er mittlerweile nicht schon die 30 überschritten hätte. Einzig die Nachbarn der Tanners, die Ochmoneks, fand ich irgendwie witzig.


ALF – 1. Intro – MyVideo

Doch warum habe ich die Sendung mit dem zotteligen Viech, das auf schmackhafte Katzen stand, dann überhaupt gesehen? Wegen der Tochter natürlich, die sich in der Serie in einem für mich interessanten Altersbereich befand. Die fand ich echt “schnuggelich”. Dafür konnte man also auch mal die ganzen anderen Charakteren der Sendung ertragen. Da war es auch egal, dass Lynn Tanner eine Zahnspange trug. Nun gut, heute ist Andrea Elson auch schon über 40 und hat eine Tochter, die fast schon das Alter der Rolle ihrer Mutter hat.

Wie steht es mit euch? Mochtet ihr Gordon Shumway, die Außerirdische Lebensform vom Planeten Melmac und die Familie, die ihn versteckte? Oder fandet ihr ihn auch so schrecklich wie ich?

Irgendwo in einer entfernten Wüste eines korrupten Staates im mittleren Osten stehen ein paar Bretterbuden. Auf dem Gelände patrouillieren 100 mit Maschinengewehren bewaffnete Männer, die eine unverständliche Sprache sprechen. In einer der Buden werden amerikanische Wissenschaftler gefangen gehalten, die bereits ganz ausgemergelt und teilweise sogar verletzt sind. Doch die Rettung naht.

Nein, nicht in Form eines schwer bewaffneten Superhubschraubers, der alles kurz und klein schießt, sondern in Form eines Vokuhila-Trägers mit seinem Schweizer Armeemesser. Natürlich wird er beim ersten plumpen Befreiungsversuch ebenfalls gefangen genommen und weg gesperrt, aber das kleine Taschenmesser hat man bei seiner Durchsuchung leider übersehen. Und da einer der Amis noch einen Kugelschreiber dabei hat, eine Assistentin auf einem ollen Kaugummi rumkaut und sich im Stütz-BH der Wissenschaftlergattin 2 Drahtbügel befinden, bastelt sich MacGyver in bester A-Team-Manier aus dem ganzen Plunder eine Atombombe, die zwar fast alle Schurken, nicht aber die Gefangenen und den Held tötet.

Auf dem Gelände steht der marode Pickup-Jeep eines Farmers und auch ein paar Gasflaschen finden sich in einer Ecke, so dass MacGyver mit seinen angeblich ach so tollen Kenntnissen und Fähigkeiten unter Zuhilfenahme der 3. Funktion seines Taschenmesser daraus einen 8-sitzigen Überschalljet baut, mit dem alle der Freiheit entgegen fliegen. Wieder zu Hause im schönen Amerika angekommen mimt er dann den bescheidenen Helden, der aber dennoch nicht wie manch anderer Serienheld Richtung Sonnenuntergang reitet, fliegt oder fährt. Trotzdem ein toller Typ, oder?

Die Mythbusters haben mal ein paar MacGyver-Basteleien getestet. Hier mal der 1. Teil. Einfach auch mal bei youtube nach den weiteren Teilen suchen.

Ich kann mir nicht helfen: so richtig mochte die Serie nie. Dafür mochte ich die Titelmelodie. Geguckt habe ich es trotzdem, warum auch immer. Und für die Fans dieser Serie, die auch eher selten wiederholt wird, gibt es MacGyver auf DVD. Wer es mag …

Heute beginnt RTL endlich mit der Ausstrahlung der 3. Staffel von “Psych”. Und ich muss gestehen: ich steh total auf die Sendung. Und das sogar, obwohl man sich eine Wolf über sich ständig wiederholende Handlungen und Gags, sowie einen insgesamt eher niveaulosen Humor lästern könnte. Doch gerade das gefällt mir an der Serie so. Die “Gabe” – also der gute Beobachtungssinn – ist nicht eine so eine übermenschliche Kraft eines Superhelden und somit durchaus realistisch und nachvollziehbar. Und der teils platte Humor der zwischen den beiden Hauptcharakteren Shawn Spencer und Burton „Gus“ Guster, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ist einfach nur herrlich. Dazu noch das ewige Ränkespiel mit den Polizisten Carlton Lassiter und Juliet O’Hara, das für eine leichte Unterhaltung sorgt, die mich zu so fortgeschrittener Stunde nicht mehr überansprucht.

Interessant ist, dass es wohl nicht vielen Menschen so geht, denn wie im Netz zu lesen ist, gingen die bei Serienstart guten Zuschauerzahlen mit Fortschreiten der Sendung immer weiter runter. Gut, dass sich RTL entschlossen hat, dennoch die 3. Staffel zu zeigen, die 1. Staffel + 2. Staffel mit jeweils 4 DVDs gibt es übrigens schon recht günstig. Mal sehen, wann die Staffeln 4 und 5 in Deutschland zu sehen sind. Und jetzt Ruhe, es geht gleich los! ;-)

Denkt man an Privatfernsehen (also RTL) und US-amerikanische Fernsehserien der 80er Jahre, kann einem eigentlich nur folgender Wortlaut in den Sinn kommen:

Er kommt … Knight Rider … ein Auto, ein Computer, ein Mann. (Sprechpause) Knight Rider … ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht.

Diese denkwürdigen Worte wurden mit markanter Stimme vom leider verstorbenen Christian Günther gesprochen.

Knight Rider … was habe ich diese Serie geliebt. Ich wollte wie David Haselnuss Hasselhoff sein (heutzutage ein nicht mehr wirklich erstrebenswerter Wunsch, aber dazu später mehr) und natürlich wollte ich immer so ein Auto.

Ich mochte alles an dieser Serie, den coolen LKW, die gut aussehende Mechanikerin. Doch dann wurde ich älter und mit jeder geschauten Wiederholung erschien der ganze Kram immer lächerlicher.

Die tolle Foundation für Recht und Entlassung Verfassung, wie es in der deutschen Synchronisation immer so schön hieß, half Menschen aus den verworrensten Situationen. Dabei ermittelte Michael Knight, der ehemalige Polizist, in bester Detektivmanier, jedoch ohne die altmodische Lupe, sondern unter Zuhilfenahme eines unkaputtbaren Wunderautos, dass allermöglichen Schnickschnack an Bord hatte. Leider auch eine künstliche Intelligenz mit einem Eigensinn, der zu mancher Reiberei mit dem Fahrer führte.

Die Funktionen waren natürlich total toll und deren Einsatz immer mit blinkenden Lämpchen und super Sounds verbunden. So sah man auf den Monitoren schon mal tolle Bilder, die mich mit ihrer Klötzchengrafik an Spiele meines C64 erinnerten. Und natürlich funktionierte wie beim Bondauto so gut wie nichts davon wirklich.

Genauso peinlich wie die Tatsache, dass David Hasselhoff, die Hälfte der Zeit seine Hände nicht aus den Taschen seiner viel zu kleinen Lederjacke bekommt, sind auch die Szenen, in denen man die ganzen technischen Tricks und Defekte am Auto sehen kann. Eine sehr schöne Analyse dazu findet man hier: Fehleranalysen Knight Rider – eine  alkoholgetriebene Analyse. Sehr lustig, man sollte etwas Zeit mitbringen, wird dafür aber auch köstlich unterhalten. Ebenfalls nett anzusehen ist der Versuch der Mythbuster, ebenfalls mit einem Auto in den Trailer eines fahrenden LKW zu fahren:

Um den Zuschauer bei Laune zu halten, wurde KITT mit immer absurderen Funktionen ausgestattet, die letztendlich im Super Pursuit Mode endeten, den ich sogar als Nichterwachsener einfach nur schlecht fand. Und so war die Serie auch nach 90 Episoden in 4 Staffeln beendet. Wer mehr Infos benötigt, findet diese eventuell in diesem Buch: Das Knight Rider Buch. Auch nett sind diese Outtakes, für die aber Englischkenntnisse von Vorteil sind:

Es gab diverse Ableger von Knight Rider in Form von Filmen und Serien, die aber die Erfolge des Duos KITT und David Hasselhoff nicht anknüpfen konnten. Und somit stellt sich jetzt nur noch die Frage: Was machen die denn heute alle so?

KITT:
Angeblich sollen alle originalen Fahrzeuge, die für die Dreharbeiten genutzt wurden, nach Abschluss der Dreharbeiten zerstört worden sein. Einige Replikas wurden angefertigt, von denen auch David Hasselhoff zwei erhielt.

Michael Knight (David Hasselhoff):
Taucht häufig in den Medien auf, meistens aber nicht mit positiven Bildern. Der Alkohol ist neben Burgern eines seiner Laster und seine Tochter hat nichts Besseres zu tun, als die Aussetzer ihres Vaters filmisch und fotografisch festzuhalten, um das Material dann zu veröffentlichen. Überall wo er auftaucht, singt er “Looking For Freedom“, was zwar eigentlich jeder scheiße fand, aber trotzdem kannte oder gar im Regal stehen hatte.

Devon Miles (Edward Mulhare):
Der Leiter der Foundation, ein typischer Brite, wurde eigentlich in Irland geboren. Er starb 1997 an Lungenkrebs.

Dr. Bonnie Barstow (Patricia McPherson):
Die fand ich echt gut, war ja schließlich mal ein Fotomodell. Diesen Monat wird sie aber schon 56, ist also rund 20 Jahre älter als ich und könnte somit meine Mutter sein. 1991 zog sie sich übrigens nach der Mitwirkung in weiteren Fernsehserien zurück und engagiert sich seit dem im Umweltschutz.

April Curtis (Rebecca Holden):
Die typische 80er-Jahre-Blondine, die zeitweise Bonnie ersetzte, zog sich bereits Ende der Achtziger aus dem Filmgeschäft zurück und konzentrierte sich auf ihre Gesangskarriere (Country).

Also insgesamt eher nicht so toll. Zwar hat die Serie mittlerweile Kultstatus, dass Sprungbrett für eine Hollywoodkarriere war sie aber anscheinend für keinen der Darsteller. Der einzige, der sprang, war eh nur KITT (Turbo Boost):

In diesem Sinne …

Zwei durchtrainierte Schönlinge (Cody Allen und Nick Ryder) unterschiedlichen Typs buhlen um die Gunst der örtlichen Strandschönheiten im Hafen von Los Angeles (King Harbor). Wenn die Beiden, die natürlich wie fast jeder männliche Darsteller einer 80er-Jahre-Serie aus den Staaten beim dortigen Militär gedient haben und selbstverfreilich in Vietnam waren, nicht sabbernd den halbnackten Bikinimädels hinterherglotzen, betreiben sie auf einem ollen Kahn – einem so genannten Kabinenkreuzer (Yacht hört sich vermutlich zu übertrieben an) – eine Detektei. Und da gutes Aussehen und Muskeln allein für den Job des Privatdetektivs nicht ausreichen, hilft ihnen ihr Kumpel, ein spargeldürrer aber brillanter Computernerd, der zusätzlich auch noch seinen Roboter “Roboz” mit an Bord bringt.

Und so ermittelt das ungleiche Trio 58 Episoden und 3 Staffeln lang in dem ein oder anderen spannenden Fall und nutzt dazu neben dem Yachtimitat namens “Riptide”, das der Serie im Original den Titel gab, noch diverse weitere Fortbewegungsmittel, wie zum Beispiel ein etwas schnelleres Boot namens “Ebbtide”, eine 1960er Chevrolet Corvette mit Flammendesign (ekelhafte Frevelei), einen zweifarbigen GMC Pickup (rot-weiß, wurde später durch einen blauen GMC mit Dach ersetzt) sowie einen altersschwachen Hubschrauber (ein Sikorsky S-58T) namens “Screaming Mimi”, der rosa lackiert und und mit Mund und Augen bemalt ist.

Die Serie hatte alles, was man in den 80ern brauchte: coole Typen, heiße Girls, geile Fahr- und Fluggeräte. Und natürlich gab es zumindest in der ersten Zeit auch immer einen “Gegenspieler” in Form eines Polizisten namens Lt. Theodore „Ted“ Quinlan, der aber später erschossen wurde (angeblich um mehr Zeit für die Rolle beim A-Team zu haben, wo er dann auch starb). Das Klischee des Nerds der beim Boxen den Daumen in die Mitte der Faust packt und sich somit ständig von seinen Kumpels aus brenzligen zwischenmenschlichen Konfrontationen retten lassen muss, wird vollends bedient. Allerdings nutzte sich diese Story auch irgendwann ab – zur leichten Unterhaltung im Vorabendprogramm aber durchaus brauchbar.

Da es selten wiederholt, hier die DVD-Box Trio mit 4 Fäusten – Staffel 1-3.

Nein, ich habe nicht “Automat” falsch geschrieben, hier geht es tatsächlich um eine US-amerikanische Serie mit dem Namen “Automan”, die in Deutschland auch schon mal gerne mit einem Zusatz versehen wurde: “Automan – Der Superdetektiv”. Kennt ihr nicht? Kein Grund sich zu schämen, denn so toll war die Serie wohl nicht, den es gab nur eine Staffel mit gerade 13 Episoden, von denen auch nur 12 ausgestrahlt wurden. Und mal ganz unter uns: so toll fand ich so auch nicht, und dass, obwohl ich alles aus dieser Zeit verschlungen habe.

Worum es in der Serie geht? Nerd Walter Nebicher ist Polizist, wird von seinen Kollegen meist belächelt und verbringt daher viel Zeit im Innendienst, obwohl er lieber raus will, Verbrecher jagen. Nebenbei programmiert er noch Computerspiele und dieses Wissen nutzt er, um ein Verbrechensbekämpfungsprogramm samt künstlicher Intelligenz und Hologramm zu erschaffen. Dieses kann den Computer verlassen und Walter so aktiv bei der Verbrecherjagd helfen. Dabei kann “Cursor” verschiedenste hilfreiche Dinge zeichnen und zur Verfügung stellen, so z. B. einen Lamborghini Countach, einen Helikopter und ein Jet-ähnliches Flugzeug.

Warum auch immer wollte das wohl kaum jemand sehen. Vermutlich war die an den Film Tron erinnernde Technik nicht so angesagt. Und aus heutiger Sicht ist es alles noch viel schlimmer. Die gezeigten Computer weisen weniger Rechenkapazität als mein Taschenrechner auf und die Neonröhren und 3M-Leuchtstreifen reißen auch niemanden vom Hocker. An die einzelnen Stories kann ich mich kaum noch erinnern, da die Serie nur selten wiederholt wird. Sie können aber auch nicht so der Reißer gewesen sein. Und somit hat es noch nicht mal für eine DVD gereicht. Wer es also noch mal sehen möchte, muss sich bis zu einer Wiederholung gedulden.

Die Story zu dieser typischen 80er-Jahre-US-Serie ist schnell erzählt:
Der verrückte Wissenschaftler Dr. Charles Henry Moffet erfindet Airwolf, einen Superhelikopter, der Mach 3 fliegen kann und extrem toll bewaffnet ist. Selbstredend ist der Heli – wie die meisten Fahrzeuge aus Fernsehserien dieser Zeit – nahezu unkaputtbar. Der böse Erfinder entwickelt den Hubschrauber zwar im Auftrag der CIA (in der Serie später ganz mysteriös nur noch “die Firma” genannt), hat dann aber keine Lust ihn dort abzuliefern, schießt beim Demonstrationsflug alles in Grund und Boden, tötet dabei das Entwicklerteam und haut mit dem Drehflügler nach Lybien ab.

Der überlebende Projektleiter des CIA mit dem elendig langen Namen Michael “Archangel” Coldsmiths-Briggs III. sendet den ehemaligen Mitarbeiter und Testpiloten Stringfellow “Huckleberry” Hawke, angeblich der einzige Mensch, der den Supihubi noch fliegen kann, aus, um das Ding zurück zu holen. Alleine bekommt er es aber anscheinend doch nicht auf die Kette, weshalb er seinen väterlichen Freund Dominic Santini, der ebenfalls Helikopter-Pilot ist, mitschleppt.

Natürlich gelingt den Beiden das Vorhaben. Moffet wird, da er die eingeschleuste Agentin, die auch gleichzeitig Hawkes Geliebte war, tötet, natürlich ebenfalls von Hawke gejagt und getötet. Er und Santini kehren zwar in die Staaten zurück, behalten den Heli aber einfach und verstecken ihn in einer Berghöhle im Monument Valley. Hawke möchte nämlich, dass die Firma ihm hilft, seinen im Vietnamkrieg verschollenen Bruder Saint John zu finden. Als Gegenleistung erfüllt er mit dem Hubi Aufträge für die Firma, die sich für die zeit typisch meist gegen die Gegner im kalten Krieg richten.

Soviel zur grundlegenden Story. Jetzt geht es an die Analyse von dem ganzen Mist, den ich natürlich geliebt und mit Freude gesehen habe – selbstverständlich mehrmals.

Da wären zuerst die auffälligen Namen. Denn anscheinend waren “John Smith”, “Tim Miller” und “Bob Hope” wohl gerade nicht in Mode und die Verantwortlichen bei der Produktion gerade in einer kreativen Phase, was die oben in der Story bereits erwähnten Namen zum Vorschein brachte. Richtig Schwein hatte eigentlich nur Deborah Pratt, die den Namen “Marella” erhielt und die Assistentin von “Archangel” spielt.

Als nächstes könnte ich mich seitenlang über den Hubschrauber auslassen, der natürlich die eigentliche Hauptrolle spielt, wie es der Titel ja verrät, auch wenn er in manchen Episoden nur am Ende für 2 Minuten zu sehen ist, alles kurz und klein schießt und dann wieder verschwindet. Aber ich will mich kurz fassen:
In den 80ern war noch nicht viel los, was Computeranimationen betraf. Also musste der ganze Kram, den man in der Serie zeigte, auch tatsächlich gebaut und gefilmt werden. Und das war natürlich teuer, weshalb Receycling damals schon groß in Mode war. Doch dazu später mehr. Als erstes musste ein Hubi her. Man nahm einen Bell 222A, der den aus der Serie bekannten Anstrich erhielt, verpasste ihm einige tolle Anbauten in Form von Maschinengewehren, Raketenwerfern, etc., die natürlich allesamt Attrappen waren. Der Innenraum war – auch typisch 80er Jahre – übersät mit blinkenden bunten Lämpchen und Knöpfchen. Die machten den Heli ja angeblich so kompliziert, dass sich nur Hawke damt auskannte und ihn fliegen konnte. Komisch, dass in den späteren Folgen dann auch Dom und Caitlin damit rumfliegen. Vermutlich hätte den auch ein Affe fliegen können, der im Labor dem Praktikanten beim heimlichen Flight Simulator spielen zugeguckt hat. Und die vielen Knöpfchen waren ja auch alle beschriftet, so dass selbst ein Minderbemittelter die passenden gedrückt hätte, um kurz darauf eine Rakete abfeuern zu können – vorausgesetzt seine Muttersprache ist englisch.

Kommen wir zum bereits erwähnten Szenenrecycling. Die häufigst gezeigte Szene ist meines Empfindens nach der Abflug aus dem Berg samt Turbineneinsatz. Dicht gefolgt von der Szene mit dem armen Berg, der nach jeder abgefeuerten Rakete wieder und wieder in die Luft fliegt. Und den abgeschossenen Flugzeugen (sind auch meist die selben, häufig auch aus anderen Filmen entliehen). Ebenfalls geil ist, dass beim Recyceln nicht so ganz auf die Details geachtet wird und somit zum Beispiel die eben noch eindrucksvoll ausgefahrenen Waffen nach dem Schnitt auf eine andere Perspektive wieder eingefahren sind, dann in der nächsten Szene wieder draußen, usw. Wackelkontakt im millionenteuren Airwolf? ;-)

Als letztes könnte man noch auf den Punkt Realität eingehen, den man sich bei solchen Sendungen eigentlich nicht antun sollte. Machen wir aber trotzdem:
1. Bei Mach 2 oder 3 oder wie flott auch immer, sollte es dem Hubschrauber im die Rotoren wie nix abreißen, oder?
2. Wenn Hawkes einsame Hütte in den Bergen nur per Heli zu erreichen ist, wo steht dann seiner? Zumindest nicht auf der Plattform, auf der die Gäste landen.
3. Warum sind die Blödköppe von der CIA in der Lage, sich via Satellit oder anderer Hilfsmittel die Fritten auf meinem Teller anzusehen, finden aber den blöden Hubschrauber im Berg nicht?

Zu guter Letzt sei noch angemerkt, dass man nicht enttäuscht sein sollte, wenn man auf einem Flohmarkt den Pilotfilm auf VHS-Video findet und den dann zu Hause in ein passendes Gerät einlegt: die Synchronstimmen sind nicht die gleichen, wie sie in der Serie verwandt wurden.

In der Nähe von Köln knallt ein mittlerweile integrierter Mitbürger mit Migrationshintergrund in seinem 3er BMW über die Autobahn. “Na klar, das war der Achmed aus Köln Ehrenfeld mit sei’m krassen 3er, den kenn ich!” wird der ein oder andere Leser nun denken. Doch weit gefehlt, es handelt sich nämlich gar nicht um den Kumpel (oder auch nicht) aus der Nachbarschaft, sondern um Semir Gerkhan, Kriminalbeamter der fiktiven Abteilung Autobahn.

Mit wechselnden Kollegen fährt dieser irgendeinen mysteriösen Fall lösend über die Autobahn und gerät dann sehr gerne in eine wilde Verfolgungsjagd, die meistens in einem fatalen Schrottberg aus gecrashten Fahrzeugen endet. Natürlich springen die beiden Serienhelden über den explodierenden Berg drüber (wobei sich der 3er BMW der Baureihe E46 während der Flugphase wie von Zauberhand in einen der Baureihe E36 verwandelt hat), der Wagen setzt unsanft auf (den E36 zerlegt es in alle Einzelteile) und fährt in der nächsten Szene (er ist jetzt wieder zum E46 mutiert) ganz normal weiter. Auch die Insassen tun so, als sei das die normalste Sache der Welt.

Natürlich fährt die Polizei auch diverse Porschemodelle als Streifenwagen, die bösen Buben pilotieren meistens grauenhaft getunte Karren amerikanischer Herkunft. Und all das hat mit der Realität überhaupt nichts gemein. Aber das ist ja auch nicht der Anspruch. In bester Hollywoodmanier müssen die Stunts möglichst eindrucksvoll sein  und die Effekthascherei steht augenscheinlich an vorderster Stelle. Drumherum wird dann noch eine Story konstruiert, die den Konsumenten  aber eigentlich gar nicht interessiert – er wartet nur darauf, dass es das erste mal Bumm macht.

Ich lasse mich auch schon mal ganz gerne von leichter Kost berieseln, aber diese Serie habe ich in meinem Leben vielleicht 2 mal gesehen. Ich ertrage sie einfach nicht. Anscheinend denken viele Menschen anders, denn diese Monotonie namens Alarm für Cobra 11, produziert von Hermann Johas Firma action concept, hält nun schon seit 1995 an. Für mich mehr als unverständlich. Kann mich bitte jemand vom Gegenteil überzeugen?!?

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