In Ermangelung an brauchbaren Alternativen, die einem aus dem Röhrenapparat, den man mir damals noch als Fernseher verkauft hat, während man heutzutage ja nur noch “HD-ready-surroundsound-ambilight-dingsbums-trallala-Flat-Screen-TVs” bekommt, entgegen geschleudert werden, schauten wir uns am gestrigen Samstag den 04.06.2011 tatsächlich noch mal eine Ausgabe der Sendung “Schlag den Raab” auf ProSieben an. Wobei anschauen jetzt fast schon übertrieben ist. Es lief halt im Hintergrund und erschien mir besser als der Silbereisen Florian, den man mir bei den Öffentlich-Rechtlichen für die tollen durch Mitarbeiter der GEZ eingetriebenen Gebühren um die Ohren hauen wollte.
Die erste augenscheinliche Veränderung war, wie ich später, als ich mich aus der Küche zum traditionellen Fernsehaufstellort – dem Wohnzimmer – schleppte, feststellen durfte die, dass Herr Opdenhövel wohl keine Lust mehr auf Stefan Raab hatte. Oder umgekehrt. Aber mir egal. Viel schlimmer war der Ersatz. Denn wer nun glaubt, man hätte einen der Show angemessenen jungen, dynamischen Moderator gefunden, der mit Wortwitz durch die Sendung führt, der hat leider Pech gehabt, denn stattdessen kam Steven Gätjen.
Ich kann meiner Abneigung gegen diesen Herrn kaum genug Ausdruck verleihen, sind es doch diverse Punkte, die mich an ihm stören. Einerseits ist es das Aussehen. Der Seitenscheitel in Kombination mit dem Anzug lässt ihn vor meinem geistigen Auge eher ein stinklangweiliges Wirtschaftsmagazin moderieren. Oder wahlweise eine Schlagershow im Ersten – gerne als Duett mit dem erwähnten Herrn Silbereisen. Andererseits mochte ich seine Art nicht. Er trat arrogant auf und konnte mit vielen Situation nicht so locker umgehen wie sein Vorgänger. Anstatt mit einem flotten Spruch einfach über Dinge hinweg zu gehen kamen in trotzigem Von-oben-herunter-Ton Sätze wie “Ich habe es euch doch jetzt schon x-mal gesagt …” Der hörte sich an wie meine Deutschlehrerin und nicht wie ein lockerer Moderator. Aber was ich erwarte ich auch von jemandem, der “Gülcans Traumhochzeit” moderiert hat?
Ach ja, Kandidaten gab es auch. Da Stefan zumindest vor den Spielen noch fit war, durfte diesmal wohl auch wieder ein Mann gegen ihn antreten. Das Rennen bei der Vorauswahl machte Tobias Rieder, der wohl Arzt bei der Bundeswehr ist, was sich im Laufe der Show noch als nützlich herausstellen sollte. Letztendlich schlug sich Tobias beim Kampf um 1 Millionen Euro, die im Jackpot lagen, ganz gut gegen Stefan, der dann aber letztendlich gewann. Lange ging es, immerhin bis Spiel 14. Und mit einer Verletzung beim Nudelgreifen. Nein, nicht was ihr jetzt wieder denkt, auch wenn die Sendung wohl in Köln produziert wird.
Alles in allem waren einige nette Spiele dabei, aber wenn man es nicht gesehen hat, hat man auch nichts verpasst.










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