Für manche Menschen ist dieser Samstag, der 18.12.2010 ein Trauertag, da heute zum letzten Mal “Das Supertalent 2010” lief, andere machen drei Kreuze, dass der Mist endlich vorbei ist. Denn eigentlich ist auch das nur ein weiter Gesangswettbewerb, bei dem es zur Auflockerung auch andere Acts im “Rahmenprogramm” gibt. Und so gab es heute das große Finale, wie immer moderiert von unserem undynamischen Duo Marco “The Laberer” Schreyl und Daniel “The Wannabe-Comedian” Hartwig. Die im Finale gänzlich machtlose Jury bestand auch am heutigen Abend wieder aus Sylvie “Optisches Beiwerk” van der Vaart, Bruce “Still Crying” Darnell und Chefjuror Dieter “I’m the Greatest” Bohlen.
Und so ging es dann um den unbrauchbaren Titel und die reichlich brauchbaren 100.000,- Euro und sie 12 Finalisten machten das, was sie halt in den Casting- und Halbfinalshows schon präsentiert haben, manchmal besser, manchmal nicht. Natürlich aufgelockert durch gefühlte Eintausend Einspieler, in denen irgendwelcher Kram aus den vergangenen Sendungen gezeigt wurde. Hier die Zusammenfassung der einzelnen Protagonisten:
Daniele Domizio
Der 8-Jährige Macho aus dem Sauerland, der von der Jury weiter gewählt wurde, tanzte mal wieder zu Musik von Michael Jackson – und den Jackson Five. Leider hat niemand gebuzzert, obwohl man das ja auch schon mal gesehen hatte. Macht man bei Kindern aber wohl nicht. Der überhebliche Bengel selbstbewusste Junge hatte auf jeden Fall Spaß und wurde natürlich über den grünen Klee gelobt. Ich fand es eher einschläfernd, was nicht gerade förderlich ist, wenn eine Sendung bis 23.00 Uhr laufen soll.
Ramona Fottner
Die 15-Jährige sang heute mal wieder was von Celine Dion, diesmal allerdings in englischer Sprache, nämlich “The Power Of Love“, was ich eigentlich von Jennifer Rush kenne, aber egal. Der Auftritt war ordentlich, was aber von einer Finalistin auch nicht anders zu erwarten war.
Bubble Beatz
Die beiden Schweizer, natürlich in alter Tradition im Laufe der Performance mal wieder mit freiem Oberkörper unterwegs, trommelten mal wieder auf den Dingen rum, die man beim Entrümpeln des Kellers an die Straße stellt. Von der Gewinnsumme könnten sie sich 2 oder mehr T-Shirts kaufen. Der Auftritt war mit Licht und Feuer sehr spektakulär. Leider wiederholten sich Titel wie Insomnia, die sie schon im Casting gebracht hatten.
Andrea Renzullo
Der Junge, der stimmbedingt und seinem Vornamen entsprechend gerne Frauenlieder singt, gab heute auch mal wieder “Run” von Leona Lewis zum Besten. Das Artisten irgendwann nichts Neues mehr zeigen können, ist sicherlich verständlich, aber ein Sänger könnte doch eigentlich aus den Vollen schöpfen, denn Musik gibt es sicherlich genug. Die Leistung des 14-Jährigen war sicherlich gut, aber sonst natürlich langweilig und die Frisur erinnerte mich an Bill Kaulitz von Tokio Hotel.
Um 21.06 Uhr gab es dann nach den ersten vier Auftritten endlich die erste Verschnaufpause für den Zuschauer. 21.15 Uhr ging es dann auch schon weiter.
Ruddy Estevez
Der Masseur aus der Dominikanischen Republik schmetterte seinen Zuhörern wie üblich einen klassischen Titel entgegen: “En Aranjuez con tu amor“. Meines ist diese Art Musik ja nicht so ganz und so fand ich auch diesen Auftritt recht ermüdend. Hätte man sich nicht einen peppigeren Titel aussuchen können? Die sollten auch in der Klassik zu finden sein. Technisch war es aber wohl gut.
Natalya Netselya
Auch im Finale ging es wieder in den Sandkasten, Natalya erzählte wieder eine Geschichte (diesmal das Leben von Lady Diana), indem sie Bilder mit Sand malte, musikalisch natürlich untermalt von “Candle In The Wind” von Elton John. Hat sie schon gut gemacht, Sylvie heulte, Ziel erreicht.
Darko Kordic
Der 34-Jährige trällerte am heutigen Abend “Dance With My Father” (keine Ahnung, wo der Schreyl immer das “again” herholt, das zwar im Lied, aber nicht im Titel vorkommt) von Luther Vandross, was er schon im Casting sang und womit er eine ähnliche Einfallslosigkeit wie andere Sänger vor ihm bewies. Bruce mobilisierte wieder einige Liter Tränenflüssigkeit, die er nur mit Mühe und Not zurückhalten konnte, um sie nicht wie aus einem C-Schlauch bei der Feuerwehr auf seine Mitmenschen zu schießen.
Erschreckenderweise wurde der Viererrhythmus nicht beibehalten und so ging es in eine weitere Werbepause, die ich spannender als den bisherigen Teil der Show gestalten konnte, indem ich in der Küche die Spülmaschine ausräumte. Dann ging es auch schon mit dem nächsten Talent weiter:
Thomas Lohse
Nach der gefühlt hundertsten Präsentation seiner Schicksalsgeschichte, die sicherlich erstaunlich, aber durch RTL leider mittlerweile auch abgegriffen ist, spielte er heute “Ballade Pour Adeline” von Richard Clayderman auf dem Klavier, was er richtig gut machte. Für mich kein Grund zu lästern und seine Mimik ist nun mal wie sie ist.
Stevie Starr
Er schluckte mal wieder Alles, was nicht niet- und nagelfest war. Das Faszinierende ist, dass man nicht weiß, wie er es macht. Auch im Internet sind dazu keine Lösungen, sondern nur Mutmaßungen zu finden. Z. B.: Schluckt er große Dinge (Billardkugel, Ei, Glühbirne), kann er nicht sprechen. Man vermutet etwas Anatomisches. Mir alles egal: ich finde es unterhaltsam und der Typ ist irgendwie sympathisch.
Michael Holderbusch
Der Mann mit der Joe-Cocker-Stimme sang heute auch mal wieder einen Titel von selbigem: “You Are So Beautiful” und das machte er richtig gut, auch wenn er – wie die meisten Sänger heute Abend – dies bereits im Casting gesungen hatte. Der “verschollene Ludolf”, den man heute mal in einen Anzug genäht hatte, ist halt der beste Beweis, dass man ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen sollte. Er war auf jeden Fall Bruce Darnells Favorit.
Es ging in Werbepause Nummer 3, die mir Gelegenheit gab, endlich mal die Toilette aufzusuchen. Dort summte ich weiter Joe Cockers Liedchen. Wieder zurück am Fernseher ging es dann mit den fehlenden zwei Kandidaten weiter. Und es waren schon 22.52 Uhr, die Sendung sollte doch laut Fernsehzeitschrift nur bis 23.00 Uhr gehen. Dann noch eine Stunde Pause bis zur Entscheidung, das dortige endlose Geschwafel … da wird es wohl 01.30 Uhr werden. Mal ehrlich: das guckt doch dann kaum noch jemand, oder?
Tobias Kramer
Der Gehörlose tanzte mal wieder und ich muss leider wieder einmal feststellen, dass die Tanzerei zwar ganz nett, aber bei weitem nicht das Beste an Tanzerei ist, was ich je gesehen habe. Gut, er hört nichts … ach lassen wir das. Auch er ist sympathisch – Punkt.
Freddy Sahin-Scholl
Der Mann mit den zwei Stimmen trällerte mal wieder sein selbst komponiertes “Carpe Diem” (das könnte man sicherlich so veröffentlichen) und es war qualitativ natürlich überzeugend. Auch hier weiß ich nicht so recht, was ich sonst noch schreiben sollte, da es zwar gut, aber ähnlich unspektakulär wie die ganze Show war.
Die Sendung endete um ca. 23.15 Uhr und somit verschiebt sich auch der Beginn der Entscheidung, über die wir gleich in einem separaten Beitrag berichten werden, so Gott mich nicht einschlafen lässt.











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