Dauerwerbeblog

Nach der Finalshow von “Das Supertalent”, über die wir hier berichteten, durfte man, da ja überzogen wurde, auch gut ein Viertelstündchen länger auf die Entscheidung warten, in der Michael Hirte noch ein wenig in seine Mundharmonika blies (bekam dann noch von Dieter Bohlen im Weihnachtsmann-Outfit 5-fach Platin für über eine Millionen verkaufte Tonträger), es nochmals eine Werbeunterbrechung sowie diverse Schnelldurchläufe gab und natürlich nochmals die Jury nach ihrer Meinung befragt wurde, bevor Notar Dr. Fleichhauer (etliche Jahre Jurastudium, um bei RTL-Shows doofe Umschläge auf die Bühne zu schleppen? Ich weiß nicht …) den lang erwarteten Umschlag mit den vermutlich 264 Karten brachte, von denen Marco Schreyl gefühlt stundenlang ablas und somit seine legendären Schwafeleien vom Stapel ließ. Und wer hat nun gewonnen? Wer ist das Supertalent 2010? Wer hat 100.000 Euro gewonnen?

Freddy Sahin-Scholl hat gewonnen und ist das Supertalent 2010!

Besser als ein Hund ist es allemal, oder?

Für manche Menschen ist dieser Samstag, der 18.12.2010 ein Trauertag, da heute zum letzten Mal “Das Supertalent 2010” lief, andere machen drei Kreuze, dass der Mist endlich vorbei ist. Denn eigentlich ist auch das nur ein weiter Gesangswettbewerb, bei dem es zur Auflockerung auch andere Acts im “Rahmenprogramm” gibt. Und so gab es heute das große Finale, wie immer moderiert von unserem undynamischen Duo Marco “The Laberer” Schreyl und Daniel “The Wannabe-Comedian” Hartwig. Die im Finale gänzlich machtlose Jury bestand auch am heutigen Abend wieder aus Sylvie “Optisches Beiwerk” van der Vaart, Bruce “Still Crying” Darnell und Chefjuror Dieter “I’m the Greatest” Bohlen.

Und so ging es dann um den unbrauchbaren Titel und die reichlich brauchbaren 100.000,- Euro und sie 12 Finalisten machten das, was sie halt in den Casting- und Halbfinalshows schon präsentiert haben, manchmal besser, manchmal nicht. Natürlich aufgelockert durch gefühlte Eintausend Einspieler, in denen irgendwelcher Kram aus den vergangenen Sendungen gezeigt wurde. Hier die Zusammenfassung der einzelnen Protagonisten:

Daniele Domizio
Der 8-Jährige Macho aus dem Sauerland, der von der Jury weiter gewählt wurde, tanzte mal wieder zu Musik von Michael Jackson – und den Jackson Five. Leider hat niemand gebuzzert, obwohl man das ja auch schon mal gesehen hatte. Macht man bei Kindern aber wohl nicht. Der überhebliche Bengel selbstbewusste Junge hatte auf jeden Fall Spaß und wurde natürlich über den grünen Klee gelobt. Ich fand es eher einschläfernd, was nicht gerade förderlich ist, wenn eine Sendung bis 23.00 Uhr laufen soll.

Ramona Fottner
Die 15-Jährige sang heute mal wieder was von Celine Dion, diesmal allerdings in englischer Sprache, nämlich “The Power Of Love“, was ich eigentlich von Jennifer Rush kenne, aber egal. Der Auftritt war ordentlich, was aber von einer Finalistin auch nicht anders zu erwarten war.

Bubble Beatz
Die beiden Schweizer, natürlich in alter Tradition im Laufe der Performance mal wieder mit freiem Oberkörper unterwegs, trommelten mal wieder auf den Dingen rum, die man beim Entrümpeln des Kellers an die Straße stellt. Von der Gewinnsumme könnten sie sich 2 oder mehr T-Shirts kaufen. Der Auftritt war mit Licht und Feuer sehr spektakulär. Leider wiederholten sich Titel wie Insomnia, die sie schon im Casting gebracht hatten.

Andrea Renzullo
Der Junge, der stimmbedingt und seinem Vornamen entsprechend gerne Frauenlieder singt, gab heute auch mal wieder “Run” von Leona Lewis zum Besten. Das Artisten irgendwann nichts Neues mehr zeigen können, ist sicherlich verständlich, aber ein Sänger könnte doch eigentlich aus den Vollen schöpfen, denn Musik gibt es sicherlich genug. Die Leistung des 14-Jährigen war sicherlich gut, aber sonst natürlich langweilig und die Frisur erinnerte mich an Bill Kaulitz von Tokio Hotel.

Um 21.06 Uhr gab es dann nach den ersten vier Auftritten endlich die erste Verschnaufpause für den Zuschauer. 21.15 Uhr ging es dann auch schon weiter.

Ruddy Estevez
Der Masseur aus der Dominikanischen Republik schmetterte seinen Zuhörern wie üblich einen klassischen Titel entgegen: “En Aranjuez con tu amor“. Meines ist diese Art Musik ja nicht so ganz und so fand ich auch diesen Auftritt recht ermüdend. Hätte man sich nicht einen peppigeren Titel aussuchen können? Die sollten auch in der Klassik zu finden sein. Technisch war es aber wohl gut.

Natalya Netselya
Auch im Finale ging es wieder in den Sandkasten, Natalya erzählte wieder eine Geschichte (diesmal das Leben von Lady Diana), indem sie Bilder mit Sand malte, musikalisch natürlich untermalt von “Candle In The Wind” von Elton John. Hat sie schon gut gemacht, Sylvie heulte, Ziel erreicht.

Darko Kordic
Der 34-Jährige trällerte am heutigen Abend “Dance With My Father” (keine Ahnung, wo der Schreyl immer das “again” herholt, das zwar im Lied, aber nicht im Titel vorkommt) von Luther Vandross, was er schon im Casting sang und womit er eine ähnliche Einfallslosigkeit wie andere Sänger vor ihm bewies. Bruce mobilisierte wieder einige Liter Tränenflüssigkeit, die er nur mit Mühe und Not zurückhalten konnte, um sie nicht wie aus einem C-Schlauch bei der Feuerwehr auf seine Mitmenschen zu schießen.

Erschreckenderweise wurde der Viererrhythmus nicht beibehalten und so ging es in eine weitere Werbepause, die ich spannender als den bisherigen Teil der Show gestalten konnte, indem ich in der Küche die Spülmaschine ausräumte. Dann ging es auch schon mit dem nächsten Talent weiter:

Thomas Lohse
Nach der gefühlt hundertsten Präsentation seiner Schicksalsgeschichte, die sicherlich erstaunlich, aber durch RTL leider mittlerweile auch abgegriffen ist, spielte er heute “Ballade Pour Adeline” von Richard Clayderman auf dem Klavier, was er richtig gut machte. Für mich kein Grund zu lästern und seine Mimik ist nun mal wie sie ist.

Stevie Starr
Er schluckte mal wieder Alles, was nicht niet- und nagelfest war. Das Faszinierende ist, dass man nicht weiß, wie er es macht. Auch im Internet sind dazu keine Lösungen, sondern nur Mutmaßungen zu finden. Z. B.: Schluckt er große Dinge (Billardkugel, Ei, Glühbirne), kann er nicht sprechen. Man vermutet etwas Anatomisches. Mir alles egal: ich finde es unterhaltsam und der Typ ist irgendwie sympathisch.

Michael Holderbusch
Der Mann mit der Joe-Cocker-Stimme sang heute auch mal wieder einen Titel von selbigem: “You Are So Beautiful” und das machte er richtig gut, auch wenn er – wie die meisten Sänger heute Abend – dies bereits im Casting gesungen hatte. Der “verschollene Ludolf”, den man heute mal in einen Anzug genäht hatte, ist halt der beste Beweis, dass man ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen sollte. Er war auf jeden Fall Bruce Darnells Favorit.

Es ging in Werbepause Nummer 3, die mir Gelegenheit gab, endlich mal die Toilette aufzusuchen. Dort summte ich weiter Joe Cockers Liedchen. Wieder zurück am Fernseher ging es dann mit den fehlenden zwei Kandidaten weiter. Und es waren schon 22.52 Uhr, die Sendung sollte doch laut Fernsehzeitschrift nur bis 23.00 Uhr gehen. Dann noch eine Stunde Pause bis zur Entscheidung, das dortige endlose Geschwafel … da wird es wohl 01.30 Uhr werden. Mal ehrlich: das guckt doch dann kaum noch jemand, oder?

Tobias Kramer
Der Gehörlose tanzte mal wieder und ich muss leider wieder einmal feststellen, dass die Tanzerei zwar ganz nett, aber bei weitem nicht das Beste an Tanzerei ist, was ich je gesehen habe. Gut, er hört nichts … ach lassen wir das. Auch er ist sympathisch – Punkt.

Freddy Sahin-Scholl
Der Mann mit den zwei Stimmen trällerte mal wieder sein selbst komponiertes “Carpe Diem” (das könnte man sicherlich so veröffentlichen) und es war qualitativ natürlich überzeugend. Auch hier weiß ich nicht so recht, was ich sonst noch schreiben sollte, da es zwar gut, aber ähnlich unspektakulär wie die ganze Show war.

Die Sendung endete um ca. 23.15 Uhr und somit verschiebt sich auch der Beginn der Entscheidung, über die wir gleich in einem separaten Beitrag berichten werden, so Gott mich nicht einschlafen lässt.

Menschen, Bilder, Emotionen … wurden zumindestens versprochen! Menschen waren ja auch ein paar da, obwohl ich mir bei dem ein oder anderen Exemplar nicht ganz sicher bin, ob da der Redaktion nicht event. ein Mängelexemplar untergejubelt wurde.

Die Kult-Blondine Daniela Katzenberger haute wieder ein paar Lebensweisheiten raus, der 15 jährige Student der mit 14 ein Abitur gemacht hatte heißt Nikolaus Hildebrand (passt ja super zum heutigen Tag) und ist hochbegabt. Als Kind baute er mit Lego schon Kirchen nach (ein Foto zeigte ihn als 5 jährige mit einer Nachbildung der Notre Damm) – heute ist man doch schon fast froh, wenn ein 5 jähriger einen nicht den ganzen Tag beleidigt und Abends nicht mehr in die Windel macht, oder?

Christian Horsters – eher bekannt als der DJ der guten Laune – zottelte sich auch kurz durchs Bild und spielte den DJ, dabei bewegte er sich “komisch” und sorgte zumindestens bei mir für dieses “Fremdschäm-Gefühl”. Im Interview selber fand ich ihn sympathisch, auf die Rückfrage ob er das nun länger machen wollte, sagte er “Er könnte sich das schon vorstellen, für die nächsten 10-15 Jahre!”.

Thilo Sarrazin stand kurz und knapp Rede und Antwort, über sein Buch “Deutschland schafft sich ab” wurde kaum gesprochen. Apropo Politik, natürlich darf auch ein Vertreter aus der Politik in so einem Jahresrückblick nicht fehlen, also wurde der ,laut Wikileaks “aggressive”, Guido Westerwelle eingeladen und rasselte seinen einstudierten Text runter und verweigerte die Auskunft wo er seinen diesjährigen Weihnachtsurlaub macht mit der Aussage, dass dann ja die Fotografen kommen und man einen Guido Westerwelle bestimmt nicht in Badehose sehen mag.

Mario Sepúlveda kam auch noch, 69 Tage unter der Erde in Chile und Jauch steckte ihn in eine Bergwerk-Kulisse, RTL kennt wirklich keine Schamgrenzen.

Besonders Emotional (gnihihihi) wurde es als 2 Menschen vorgestellt wurden, die sich Autoschlüssel in die Hand gerammt hatten, ggf. treten diese beiden Künstler ja auch demnächst beim Supertalent auf und hauen sich gegenseitig Autoschlüssel in die Hand. Dann wurde ein Typ eingeladen, der bei der Love Parade in Duisburg vor Ort war, jemand der die ganze Zeit gefilmt hat und “nebenbei” wohl noch eine Dame gerettet hat. Ich frage mich nur, wieviele Menschen hätte er noch retten können, wenn er nicht gefilmt hätte? Also meiner Meinung nach hätte der Sauerland viel besser in die Sendung gepasst…

Ein paar Fussballer schmückten die Sendung auch noch aus Phillip Lahm, Manuel Neuer und Lukas Podolski waren vor Ort, Thomas Müller machte bestimmt gerade Werbung für Müller Milch und wurde deswegen zugeschaltet.

Auch wenn die Sendung scheinbar ein Quotenerfolg war, ich fand sie zum gähnen langweilig. Die Musik die “zur musikalischen Untermalung” eingespielt wurde, ja die hat mich auch nicht besonders berührt: Safri Duo mit “Helele”, James Blunt mit “Stay The Night”, The Drapers mit “We no speak Americano”, da hat es wohl nicht für die richtigen Chartstürmer (die mit dem Cover das Lied ja erst berühmt gemacht hatten) gereicht.

Sylvie van der Vaart berührte sicherlich viele Menschen, aber ständig auf der Krebs-Geschichte rumzureiten finde ich auch nicht passend, schließlich verkörpert sie doch beim Supertalent die “lustige Jurorin” … apropo RTL Sklaven – Rach der Restauranttester – also Christian Rach wurde natürlich auch noch eingeladen…

Alles im allen eine Melange, die in der Mischung mich persönlich so nicht zu überzeugen wusste, wie seht ihr das? Habt ihr (j)auch den Jahresrückblick 2010 gestern auf RTL gesehen?

Tja, was soll man schreiben? Das 2. Halbfinale von “Das Supertalent” am heutigen Samstag, den 04.12.2010, war wie das erste Halbfinale eigentlich nur ein eine Wiederholung bereits gesehener Auftritte. Und während dieser Sendung passierte beim ZDF während “Wetten, dass …?” ein Unfall, so dass diese Sendung abgebrochen wurde. Vermutlich hat RTL da also ein paar Zuschauer geerbt. Leider boten die 10 Kandidaten kaum was. Nachdem Bohlen prollig im Wiesmann Roadster angefahren kam ging es los.

Ryan Lam zerteilte mal wieder Gurken und Melonen mit dem Samuraischwert, bezog diesmal Sylvie van der Vaart in sein Programm mit ein, die damit ihren im Publikum sitzenden Mann Rafael van der Vaart schonte. Soweit zwar beeindruckend, aber nichts Neues.

Korea Lee traf in der Vorbereitung David Garrett. In der Show – man errät es kaum – spielte sie Geige. Und das auch noch schlecht, wie Dieter Bohlen fand.

Die Pellegrini Brothers führten eine Akrobatiknummer vor und ich konnte kaum einen Unterschied zu ihrer letzten Darbietung erkennen.

Dickson Oppong spuckte Wasser, Laura Rieger sang (“Das Beste” von Silbermond) und Yevgeniya Stöcklin hampelte zur aktuellen Single “Only Girl (In The World)” von Rihanna an der Stange rum. Langweilig.

Ramona Fottner sang was Französisches von Celin Dion und bekam gute Kritiken. Tobias Kramer, der Gehörlose, tanzte wieder – teilweise mit Unterstützung – und die gebotene Show war echt gut.

Dann wurde es wieder gruselig, denn Susan Sykes, die eher unter ihrem Künstlernamen “Busty Heart” bekannt ist, präsentierte mal wieder ihre riesige Oberweite und zapfte damit ein Fass an. Kein Talent und laut Gerüchten aus dem Internet auch ein von RTL bezahlter Act, was das Weiterkommen erklären würde. Rafael van der Vaart schien wenigstens amüsiert.

Zu guter Letzt sang dann noch Freddy Sahin-Scholl, der Mann mit den zwei Stimmen.

Ich möchte keineswegs die Leistungen einzelner Darbietungen schmälern, aber es war doch langweilig, da es halt nichts Neues war. Und wenn man dann im Internet liest, in wie vielen Shows im Ausland einige der Kandidaten schon waren, ist es auch irgendwie traurig.

Die Zuschauer durften mal wieder 2 Kandidaten durch Anrufe weiter bringen, die Jury dann den dritten Act. Und die Glücklichen waren – oh Wunder – Freddy Sahin-Scholl und Tobias Kramer durch Zuschauer-Voting, Ramona Fottner durch Jurywahl – alles sehr vorhersehbar.

Und wie immer war es irgendwas zwischen 0:30 Uhr und 1:00 Uhr – irre, oder? Die nächste Sendung kann sich Jens wieder angucken …

Eigentlich ging ich davon aus, dass ich am gestrigen Samstag (20.11.2010) überhaupt nichts zu “Das Supertalent 2010″ schreiben müsste, da ich in der Vorschau nur etwas von Entscheidungen mitbekommen hatte. Aber tatsächlich wurden uns und der Jury vom Moderatorenpaar Schreyl / Hartwich noch weitere Kandidaten präsentiert. Allerdings hatte ich gestern echt Probleme mit den Namen, denn einerseits waren die Kandidaten aufgrund von Genuschel, Dialekt oder mangelnder Lautstärke kaum zu verstehen, und andererseits sparte RTL sich meistens die sonst üblichen Einblendungen oder ließ diese nur für den Bruchteil einer Sekunde auftauchen, so dass an Lesen oder gar Mitschreiben nicht zu denken war. Sollten sich also Fehler bei Namen, Altersangaben oder Orten eingeschlichen haben, werfen Sie bitte den ersten Stein in meine Richtung.

Jens Buntemeyer, 44, aus Ganderkesee / Oldenburg
Der Kerl sollte nach eigener Aussage so geil singen, dass die Leute es für Playback hielten. Die Realität sah dann etwas anders aus. Er quäkte die ersten Töne von “Highway To Hell” von AC/DC und das Publikum buhte, die Jury buzzerte und wir wurden relativ schnell von diesem Mist befreit.

Magory Geraldine Broschinski, 7, Bremerhaven
Ein Flügel stand auf der Bühne, die von dem kleinen Mädchen betreten wurde. Sie sang das derzeit wieder sehr beliebte “Over The Rainbow“. Fast wie die junge Judy Garland, aber meines Erachtens etwas quäkig, was sicherlich eine Frage des Alters ist. Genauso wie die mangelnden Englischkenntnisse, was zu lautsprachlichem Text führte. Nicht weiter mit der Standardbegründung: zu jung.

Melissa Nock, 14, aus Heinsberg
Steht auf Dieter Bohlen seit sie 7 Jahre alt ist, will ihn und hatte noch keinen Freund. Um ihn zu beeindrucken, singt sie “Michaela” von Bata Illic, ersetzt das “Michaela” aber durch “Dieter Bohlen”. Der Pöbel buht verständlicherweise, während die Jury tanzte, Dieter sie umarmte. Auf dem Rückweg zum Pult buzzerte Bruce schon mal. Es kam was kommen musste: 2 mal nein, Dieter sagt natürlich ja und gibt ihr einen Schmatzer auf die Wange. Für Melissa ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Hallo, die ist 14! Unglaublich …

Enrico Stroncone, 52, Handwerker, Single aus Neuss bei Düsseldorf
Singt angeblich seit 10 Jahren Oper, Operette und Musical und meint, es gäbe Hässlichere als ihn, was zu beweisen wäre. Er sang dann “Time To Say Goodbye” von Andrea Bocelli, wobei das Publikum schon bei den ersten Worten lachte, dann buhte, was ihn glücklicherweise aufhören ließ. leider nicht lang genug, denn er fing wieder an. Das folgende Buzzern sorgte dann endlich für Erlösung. Bruce zog daraufhin irgendeine merkwürdige Hello-Show ab und Enrico war nicht weiter.

Tatjana Zimek, 43, Chickencoach
Die Tiertrainerin wurde mit ihren Hühnern in einer Schubkarre auf die Bühne gefahren. Angeblich kennt sie alle Hollywoodgrößen, denn ihre dressierten Hühner spielen in vielen Filmen mit. Dann ließ sie mit Hilfe ihrer beiden Assistenten die Hühner durch Ringe hüpfen und lauter anderes merkwürdiges Zeug veranstalten. Das an sich war aber nicht das Schlimmste, nein es war ihr ständiges raus geschrienes “Hüüüüühner!” und “Supi!”. Zum Glück buzzerten alle Jurymitglieder und machten dem bunten Treiben ein Ende.

Mary Roos Kouba, 18, Karlsruhe, macht eine Ausbildung zur Musikpädagogin
Die erste Kandidatin der heutigen Show, die mit einem Schicksalsschlag aufwarten kann. Ihre Mutter kann nicht arbeiten, da sie an einer unheilbaren Krankheit erkrankt ist und obwohl sie eigentlich das Haus nicht verlassen darf, kam sie zur Show, um ihre Tochter dort zu sehen. Die kam mit einer riesigen Gitarre auf die Bühne und sang “All This Time” von Maria Mena. Aber erst, nachdem sie von Bruce mal ordentlich abgeknutscht wurde. Können sich die Leute eigentlich nicht dagegen wehren? Egal, Dieter fand es nicht überragend, aber die zwei ja von Sylvie und Bruce reichten zum Weiterkommen.

Bernd Weckerle, 57, Pantomime (eigentlich Biologe) aus der Nähe von Freiburg
Kam in einem Sack auf einem Scooter angefahren und alleine diesen Anblick fand Bruce so lustig, dass er sich kaum nicht einkriegte vor Lachen. Er musste sogar fast den Saal verlassen. Es machte den Eindruck, als hätte er nicht mehr alle Latten am Zaun, den der Rest der Jury fand einen rollerfahrenden Sack irgendwie gar nicht lustig. Nach seinem Auftritt kletterte Bernd aus dem Sack und Bruce sagte, dass er es geil fand. Ja, das haben wir wohl mitbekommen. Sylvie hat die Nummer nicht verstanden und Dieter fand es kurzfristig gut, aber dann langweilig. Nur ein ja reicht leider nicht: nicht weiter. Btw: ich fand es die ersten Sekunden auch lustig, war allerdings nicht ganz so aus dem Haus.

Michaela Esser, 42, Maler und Lackiererin aus Alsdorf bei Aachen
Die Powerfrau war mal Bodybuilderin, präsentierte hier aber nicht ihren Körper, sondern wollte mit Gesang überzeugen.  Bevor sie loslegte, grub sie aber erst mal Dieter Bohlen an. Gab dann ihren selbst geschriebenen Titel “Mein Suppenhuhn” zum Besten, inkl. Pupsgeräuschen. Die Melodie kannte ich irgendwo her. Bruce buzzerte pfeilschnell, als sie anfing zu singen schreien und das Volk buhte sich ‘nen Wolf. Megapeinlich – gut dass ich nicht mehr in Aachen wohne, da scheinen in letzter Zeit nur noch Freaks und Asis her zu kommen. Ach ja, die Dame war natürlich nicht weiter.

Mike Döring, 37, und Leonie Polster, 23, aus Oberbayern
Präsentierten sich als Gruppe “Leander”, waren hypernervös und beim ersten Anblick dachte ich schon “Ach Du scheiße!”. Er sang ein selbst komponiertes deutsches Lied, sie begleitete ihn am Flügel. Und was soll man sagen: da ab es nichts zu lästern, denn es war wirklich gut. Er erinnerte mich stimmlich an jemanden (nein, nicht Unheilig), mir fiel aber nicht mehr ein, an wen genau. Publikum und Jury waren begeistert, selbst Bohlen fand es zwar die Stimme nicht “schön” attestierte aber Wiedererkennungswert und fand das Lied total dufte. Weiter.

Freddy Uekermann, 18, Abiturient aus Hagen
Tanzte die Choreographie aus Beyonces Video “Single Ladies“. Natürlich trug er High heels und das Publikum buhte schon, als der wie Harry Potter in Weiberklamotten aussehende Typ die Bühne betrat. Als er dann loslegte, wurde es nicht besser.Dieter und Bruce buzzerten, Sylvie nicht. Aber nur, weil sie das Lied mochte und es zu ende hören wollte. Den Typen fand sie auch schlecht. Nicht weiter.

Dirk Bergmann, 33, aus Winterberg im Sauerland
Vater einer 4jährigen Tochter, schwul (oder wie er es nannte: primär homosexuell), Ex-Puffbesitzer (jetzt hat er nur noch einen kleinen Privatclub im Erotikbereich) und Sänger. Will sich neu orientieren. Interessante Info: war nie im Stimmbruch, was man so beim Reden nicht hörte. Also erwartete man zumindest beim Singen eine merkwürdig hohe Stimme. Doch als er dann “Sie liebt den DJ” von Michael Wendler in normaler Stimmlage zum Besten gab, war zumindest Sylvie enttäuscht. Auf ihr Bitten hin singt er dann Ave Maria und es war ein himmelweiter Unterschied zu dem zuvor präsentierten. Und es war richtig gut, sorgte für standing ovations. Dieter fand es geil und der Rolexträger war weiter.

Dann folgten die Entscheidungen, wer in die Liveshows kommt. Ohne Publikum. Man sah einige Teilnehmer im Rückblick und eine diskutierende Jury. Es folgt die Revanche von Dieter an Bruce. Der Mann mit dem Katana (japanisches Schwert) kam und Bruce wurde diesmal mit zu zerteilenden Gurken dekoriert. Das Ganze wurde von RTL natürlich wieder höchst dramatisch dargestellt, ich kann nur so viel sagen: Bruce hat überlebt und keinerlei Körperteile eingebüßt. Das kann man gut finden oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

Dann wurden die 30 Kandidaten gezeigt, die weiter sind und uns in den Liveshows nochmals ihr Talent präsentieren werden. Allerdings wurde dann auf 40 von ehemals 40.700 Kandidaten erhöht, es wird also vier Halbfinalshows geben und das sind die Teilnehmer:

Peter Wehrmann
Bubble Beatz: Christian Gschwend und Kay Rauber
Ruddy Estevez
Yevgeniya Stöcklin
Dancefloor Destruction Crew
Thomas Lohse
Marc Eggers
Michael Hemmersbach
Natalya Netselya
Laura Rieger
Petr Spatina
Ramona Fottner
Anthony Wandruschka
Harry Keaton
Tobias Kramer
Liz Schneider
Josefine Becker
Robert Maaser
Manuela Wirth
Kai Leclerc
Freddy Sahin-Scholl
Daniele Domizio
Emilia Arata
Nilson und Zito Mufume
Stevie Starr
Michael Holderbusch
Dickson Oppong
Tobias Diesner
Tanja Grünewald
Darko Kordic
Timothy Patch
Korea Lee
Ryan Lam
Andrea Renzullo
Sonja Pesie
Pellegrini Brothers
Martin Bolze
Kurt Späth
Susan Sykes
Die Goldies

Die Mischung ist auf jeden Fall bunt: vom singenden Kind bis zum mit seinem Penis malenden Künstler bekommt man recht unterschiedliche “Talente” präsentiert. Wie sich der Penismaler allerdings steigern will, entzieht sich – zum Glück – meiner Kenntnis.

Ein weiterer Samstagabend (13.11.2010), an dem ich mich aufopferungsvoll vor den Fernseher begeben habe, um mir auf RTL die 9. Folge von “Das Supertalent” anzusehen. So langsam frage ich mich echt, wie viele von diesen Castings wir noch ertragen müssen, bevor es mit denen weitergeht, die schon weitergekommen sind. Sicherlich wird dann aber auch der Redefluss von Marco Schreyl und Daniel Hartwich zunehmen, so dass ich mir dann doch lieber die Castings reinziehe. Nach dem Einzug der Jurymitglieder Sylvie van der Vaart, Bruce Darnell und Dieter Bohlen ging es dann auch endlich los.

Christian Vogel, 53, aus Passau
Er tanzt leidenschaftlich gerne, redete etwas langsam, sein Auftreten war eher fragwürdig. Hat auf dem Weg zum Supertalent Bohlens Buch “Nur die Harten kommen in den Garten!: Der Weg zum Superstar” gelesen, was ihn “sehr unterstützt” hat. Nach elendig langem Gesülze führte er dann auch was vor, für das selbst die Bezeichnung “grottig” noch zu harmlos erscheint. Das Leute sich freiwillig vor einem Millionenpublikum zum Affen machen, erstaunt mich immer wieder. Letztendlich buzzerten alle 3 Juroren und das zurecht. Bruce machte noch einen lustigen Kommentar und letztendlich war er natürlich nicht weiter.

Antonio Martino, 10, und Lukas Wolf, 11, beide aus einem Ort, den ich von keinem der beiden richtig verstanden habe
Machten eine Breakdanceshow, die “Light and Shadow” hieß. Einer war halt weiß gekleidet und geschminkt, der andere Junge schwarz. Anlass genug für Dieter, mit Bruce auf den schwarz-weiß-Zug aufzuspringen. Die zwie Jungs tanzen seit einem Jahr und performten heute zu “Toccata And Fugue” von  Vanessa Mae. Der Auftritt war nicht schlecht für zwei so junge Burschen. Da gab es nichts zu lästern. Bruce und Sylvie fanden es gut, Dieter hielt sie für zu jung, aber zwei Stimmen reichen ja zum Weiterkommen. Dafür schüttelten die Jungs der Jury auch artig die Hand.

Anna-Marie “Rosi” Cerna, 65, aus Riedstadt
Singt sehr gerne und die Tochter meinte wohl, dass ihre Mutter die beste Sängerin der Welt sei und bei Das Supertalent teilnehmen müsste. Sie gab das klassische Lied “Eine Nachtigal” (?)  in der original russischen Version. Alle buzzerten recht früh, doch die Dame sang unbeirrt weiter. Vielleicht hörte sie es einfach nicht. Als das Publikum buhte, fragte sie zickig, ob sie denn jetzt zu ende singen dürfte. Dann laberte sie was von Fairness und sang weiter während das Publikum zeitgleich weiter buhte – insgesamt eine interessante Mischung. Dieter und Bruce spielten derweil Tic Tac Toe. Anna-Marie wollte dann noch die Margarete von Mephisto singen und verlangte etwas mehr Toleranz. Bruce buzzerte fröhlich weiter, aber die beratungsresistente Dame sang einfach. Manche haben den Knall echt nicht gehört, sie dass buzzern wohl nicht. Oh Wunder, nicht weiter, woraufhin sie natürlich beleidigt war.

Theo Blaickner, 61, eigentlich Bildhauer und Maler
Showname “Der Traum vom Fliegen”. Ein Steinadler, ein Pferd (Friese). Das Publikum durfte nicht klatschen, wenn der Adler fliegt. Dieter wollte lieber ein fliegendes Pferd und einen wiehernden Adler. Der Adler sollte zum alles voll kackenden Pferd zurück fliegen. Das Pferd verbeugte sich und der Adler kam anflogen auf die Faust des Reiters Theo. Das Talent habe ich persönlich nicht verstanden, aber vermutlich nur, weil ich keine Ahnung habe. Obwohl das Publikum es auch nicht gut fand. Er entschuldigt sich, dass das  Pferd nicht “funktioniert” hat. Sprach Dieter mit Udo an. Mehrfach, trotz Zurechtweisung durch Bruce? Dann wollte er Dieter den Adler auf die Faust setzen. Machte er dann auch. Dieter flötete ihn an, doch der Adler reagierte nicht. Dann wollte Dieter noch aufs Pferd, machte er auch und ritt ‘ne Runde. Sein Auftritt war besser als Theos und die Moral von der Geschicht’: Nicht weiter.

Dr. Welf Haeger, 47, Bochum
Der lustige Rechtsanwalt, bekannt durch seine Auftritte bei TV Total, w ich seine Stand-up Comedy, aber leider auch schon richtig schlecht fand. Er will seine Lieblingsrolle, den Liebes-Guru präsentieren. Es wird recht flott gebuht und da muss ich sagen: das traut sich das Publikum beim Raab nicht. Daraufhin bedankte er sich und ging sofort. Obwohl er nicht wollte, brachte das Moderatorenteam ihn zurück. Er ging aber erneut lachend von die Bühne. Peinlich hoch 5.

Lina Arndt, 13, Berlin-Kreuzberg, Gymnasiastin
Riesige Patchworkfamilie. Frech, schon 3 Tadel an der Schule. Stiefvater ist Tätowierer und ihr peinlich. Zum Casting daher mit Mutti. Mutter ist vom Gesang ihrer Tochter überzeugt. Wirkte auf der Bühne erst schüchtern, drehte dann aber auf. Will Schauspielerin werden. Freche Art wie Lena Meyer-Landrut. Sang “Use Somebody” in der Version von Pixie Lott (eigentlich von Kings of Leon). Machte sie echt gut. Volk und Jury begeistert – weiter. Nix zu lästern.

Agnes Helmert, 53
Der Name täuscht darüber hinweg, dass eine wohlgenährte Farbige (nicht abwertend gemeint) die Bühne betrat. Sie sang “My heart belong to my god”, ein selbst geschriebener Gospel-Titel. Die Arbeitslose, die vorher in einer Schokoladenfabrik gearbeitet und dadurch zugenommen hat (weshalb sie aufgehört hat), sang trotz Erkältung ihr Lied, natürlich ohne musikalische Begleitung. Dieter animierte das Publikum dazu, mitzuklatschen. Bruce sagt, sie kann nicht singen, sie schiebt es auf die Erkältung. War natürlich nicht weiter.

Stella Zigouras, 39, Sekretärin aus München, eigentlich aus Australien
Sie ist seit 8 Jahren in Deutschland und hat einen sechsjährigen Sohn, dem sie alles ermöglichen möchte. Sie hat Gesang gelernt und sang heute “Hallelujah” von Leonard Cohen, was sie auch super macht. Wieder nix zu lästern, außer vielleicht, dass Bruce, der olle Klammeraffe, sie natürlich umarmen wollte und es auch tat, bevor er mal wieder halb weinend rumjammerte. Mit einem Riesenlob von Sylvie und Bruce weiter, auch wenn Dieter Gefühlsmangel attestierte und kein ja gab.

Marcel Kaupp “Marcella Rockafella”, 22, aus Köln
Ist ein männliches Lady Gaga-Double. Performt “Bad Romance” inkl. für mich grausigem Gesang. Warum auch immer mochte das Publikum “Sir Lady Gaga”. Die Jury irgendwie auch. Wobei ich Kölner Männer in Frauenklamotten jetzt nicht mehr für etwas Ungewöhnliches halte. Es gab zweimal ein ja und er (sie?) war weiter.

Zachi Noy, 57, Tel Aviv
Kennt man als den Dicken aus den Softpornokomödien “Eis am Stiel“. Wollte in Lederhosentracht eine andere Seite von sich präsentieren und singen und zwar “Wenn ich einmal Reich wär (Anatevka)“. Das war leider grottig, ohne Gespür für die Musik. Es machte den Eindruck, als hätte er eine Wette verloren. Sylvie und Bruce buzzerten, das Publikum buhte und Sylvie verstand nicht, warum ein Schauspieler so etwas macht. Zurecht gab es dreimal ein nein. Der Promibonus zieht zum Glück nicht immer.

Peter Stohl, 43
Machte eine tolle Beatboxnummer mit bekannten alten Nummern aus verschiedenen Jahrzehnten. Fand ich persönlich sehr geil, das Publikum auch. Die Jury fand es richtig gut. Auch dazu gab es also nichts zu lästern. 3 x ja und verdient weiter.

Dann gab es eine kleine Vorschau auf die Entscheidungen in der nächsten Woche, in der die einzelnen Acts der vergangenen Shows bewertet werden und eventuell weiter gelassen werden.

Samstag, der 06.11.2010. In der Fernsehzeitschrift steht “Das Supertalent”. Gegen 18.00 Uhr der Anruf bei Jens:

Ich: “Schreibst Du über Supertalent? Ich hab letzte Woche …”
Jens: “Nee, ziehe heute mit Kumpels durch Münsters Thekenlandschaft. Wir gucken uns die Supertalente der Barkeeper und anwesenden Damen an.”
Ich:
“Na toll!”
Jens: “Prost!”

Gegen 19.45 Uhr lege ich mir Notizblock und Stift zurecht, noch nicht ahnend, dass die Sendung bis 23.00 Uhr gehen wird. Am Ende der Sendung habe ich 11 (!) DIN A5-Seiten voll gekritzelt und schlafe direkt ein, weshalb ich den Beitrag erst jetzt schreiben kann. Hoffentlich kann ich alles entziffern.

Die Einleitung machte noch immer das bewährte Moderatorenteam Hartwich / Schreyl, die aber erfreulicherweise immer weniger zu sehen sind (so zumindest mein Eindruck). Die Jury präsentierte sich wie immer: Bruce Darnell im Anzug, Sylvie van der Vaart in schicken kurzen Kleidchen und Dieter in Jeans und lässigem Poloshirt. Und dann ging es endlich los:

Harald Edmund (oder Edmond) Fritz, 53, aus Köln
Harald, von RTL “Der Powerman” genannt, war am 16.10.2009 schon einmal da, hatte damals Probleme mit seinem Verstärker und will sich dieses Jahr nach eigener Aussage “für die Revanche revanchieren”. Diese Aussage erklärt eigentlich alles. Dieses Jahr macht er einen Soundcheck, verlangt ständig nach mehr Power (daher der Spitzname) im Mikrofon, anstatt einfach lauter zu sprechen / singen. Apropos singen: er gibt dann irgendwann in der Show ein Lied zum besten und die Zuschauer sollten in bester DSDS-Songquiz-Manier erraten, um welchen Titel es sich handelt. Es handelte sich tatsächlich um “Man In The Mirror” von Michael Jackson, der sich vermutlich nicht nur im Grab umdrehte sondern regelrecht rotierte ob der schlechten Gesangsleistung von Harald. Endlich kommen die in den letzten Shows meist geschonten Buzzer zum Einsatz und zwar von allen drei Jurymitgliedern, was denn Auftritt dann glücklicherweise beendet. Ob der Typ nächstes Jahr wieder erscheinen wird?

Rebecca Mandelkow, 9, Halbbrasilianerin, geboren in Hamburg, lebt in Sevilla
Möchte das Supertalent gewinnen, weil sie gerne nach Deutschland zurück möchte. Ihr einziges Manko: sieht findet Bruce Darnell super, träumt von einer Modellkarriere. Modelt zu Ke$has “TiK ToK“, wobei ich das mehr für hin- und herlaufen hielt. Das hätte unsere Tochter (gerade einmal 6) auch gekonnt. Zwar lobte ihr Idol Bruce sie, aber auch er zweifelte an, dass es sich dabei um ein Supertalent handelt. Sie war aufgrund ihres zu jungen Alters dann auch nicht weiter, bat aber darum, einmal mit Bruce laufen zu dürfen. Der ließ sich natürlich nicht lange bitten. Und so mimten die beiden Unterschiedlichen Menschen zwei Topmodels auf dem Laufsteg. Bruce war, wie immer, in seinem Element.

Jürgen Kröning, 51, “Ideenberater” aus Helsa (Landkreis Kassel)
Super Einspieler, selten so gelacht. Sein Künstlername ist “Danny Durango”. Optisch erinnert mich Jürgen-Danny ein wenig an Quentin Tarantino – keine Ahnung warum. Erzählt uns, dass seine Ex-Managerin ihm gesagt hat, wie auf der Bühne zu agieren hat. Singt “Surfin’ USA” von Leif Garrett (im Original wohl von The Beach Boys), was sich in den von RTL in dieser Sendung anscheinend gerne gezeigten Slowmos wesentlich besser anhört. Bruce buzzert beim ersten Ton, Dieter dann auch, gefolgt von Sylvie. Bruce will eine Regeländerung dahin gehend, dass nicht mehr jeder in die Show kommen kann. Aber mal ehrlich: ohne diese Typen wäre die Einschaltquote nur halb so hoch – oder noch geringer. “Danny Durango” bietet noch einen zweiten Titel an und Bruce sagt ok. Erst dachte ich, der hat einen an der Klatsche, aber er sagte schnell, dass es nur ein Scherz sei. Jürgen ist natürlich nicht weiter.

Christian Gschwend, 30, kaufmännischer Angestellter aus St. Gallen (Schweiz) und
Kay Rauber, 31, gelernter Krankenpfleger, ebenfalls aus St. Gallen
Sind zusammen die Schrottmusiker “Bubble Beatz“. Tauchen mit freiem Oberkörper vor einem Gebilde aus Schrott auf. Kaputte Plastiktonnen, Metallschrott, alles irgendwie nett aufgebaut. Dann trommeln die beiden los und ich denke mir noch ‘Das kann ich auch’, da wechselt einer die Position und hämmert auf unterschiedlichen langen Rohren, die an Orgelpfeifen erinnert, “Insomnia” von Faithless, woraufhin das Publikum entsprechend abgeht (wie immer, wenn es ein Lied erkennt). Das war auch das, was Dieter sagte: “Wenn ihr damit Popsongs umsetzen könnt, dann ist das nicht langweilig.” Somit waren die Jungs weiter.

Janina Hiller, 22, Studentin aus Albershausen (bei Stuttgart) und
Sophia Müller, 16, Schülerin aus Schlierbach (ebenfalls bei Stuttgart)
Die beiden Mädels sind 37-fache deutsche Meisterinnen der Sportakrobatik und zeigen ihr Können auf der Supertalent-Bühne. Ihr Programm zu “All The Lovers” von Kylie Minogue ist wirklch beeindruckend. Bruce, die alte Heulsuse, ist mal wieder so ergriffen, dass er die armen Mädchen erst einmal umarmen möchte. Natürlich sind sie eine Runde weiter.

Umberto Napolitano, 40, Weltmeister im “pizzakrobatisch” und
Nicola Diana (männlichen Geschlechts, was haben die Italiener immer mit den weiblichen Namen für Jungs? Aleksandrah, erklär mir das bitte!), 24, Koch und Pizzaiolo aus Lübeck
Jonglieren mit Pizateig. Irgendwie ist das Ganze aber nicht wirklich überzeugend, das ein der andere Teigstück klatscht da auch schon mal auf den Boden. Während Bruce noch ein ja gibt, erkennen die beiden anderen Jurymitglieder wenigstens, dass das nicht besser werden kann und verhindern mir ihrem “Nein” ein Weiterkommen.

Ruddy Estevez Carabello, 38, ursprünglich aus der Dominikanischen Republik oder auch DomRep, wie die deutschen Touris gerne sagen, jetzt wohl wohnhaft in Göttingen, freiberuflicher Masseur in einem Fitnessstudio
Singt ganz gerne im Opernstyle und schmettert uns “Canto Della Terra” von Andrea Bocelli entgegen und das gar nicht mal schlecht. Während Bruce und Sylvie es toll fanden, interessierte Ruddy vor Allem die Meinung von Dieter, denn laut eigener Aussage wollte er nie mehr singen, wenn Dieter Talentfreiheit attestierte. Und tatsächlich kritisierte Dieter ihn, er sei zu technisch, es fehle Gefühl. Dennoch gab es dreimal das begehrte “Ja”.

Endlich gab es eine Pinkelpause, die auch mehr als nötig war. Weiter ging es dann mit einem weiteren Typen, der anfänglich schwer einzuschätzen war:

Mario Rieger, 43, Bodyperformer und Allroundkünstler aus Baden-Württemberg
Macht uns den Marionator, eine Parodie auf den Terminator. Anfänglich belächelt, leifert er dan eine Choreographie ab, die beim Publikum und Jury anscheinend gut ankam. Ich bin ja der meinung, dass der Robot schon vor Jahrzehnten out war und sein Arschgeweih wohl etwas aus dem Ruder gelaufen ist, aber bitte, mir soll es recht sein. 3 x ja, weiter.

Fabienne “Fabsi” Rothe, 14, Realschülerin aus Dormagen
Ist anfänglich cool, nach ihrer Vorstellung aber auch super nervös. Singt dann irgendwas von Mylie Cyrus. Immerhin sieht sie besser aus, als Hannah Montana, aber gesanglich gab es wohl schon bessere Kandidatinnen in der Altersklasse. Egal, der Pöbel liebt es und es gibt trotz angebrachter Kritik 3 ja.

Mario Teusch, 42, aus Bernkastel-Kues
Muss man ihn noch erklären? Für die Unwissenden: flog bei DSDS 2008 im Casting raus, weil er zu alt war (als ob das der einzige grund gewesen wäre). Sang damals Moviestar. Dieter buzzert schon bei Marios Betreten der Bühne. Nicht gerade nett, aber er konnte sich ja schon denken, was folgt. Mario trug wie gewohnt ein oranges Hemd und diesmal sogar einen roten Sombrero, der Teil seines folgenden Auftritts war. Er sang nämlich “Fiesta Mexicana” von Rex Gildo. Ich hatte sogar den Eindruck, dass er gesanglich im Vergleich zu 2008 echt verbessert hat. Natürlich war er noch immer Welten von schönem Gesang entfernt, was das buzzern der beiden anderen Jurymitglieder auch bestätigte. Das Publikum allerdings schrie nach einer Zugabe, die es dann dank Dieters “24 mal nein” zum Glück nicht mehr gab.

Thomas Lohse, 25, keine Ahnung woher, habe ich nicht verstanden
Präsentiert eine interessante Vorgeschichte: schaffte es als Erster in Deutschland von einer Lernbehindertenschule zum Abitur, macht nun eine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten und spielt leidenschaftlich gern Klavier. Wird vom Publikum anfänglich belächelt, wie er so dasteht in seinem “Kommunionsanzug” wie Dieter es nennt. Spielt dann die Musik aus dem Film “Die fabelhafte Welt der Amelie”, das Stück heißt “Comptine D’un Autre Été, L’après-Midi” von Yann Tiersen und hört sich im Original etwas anders an. Dennoch hat Thomas das sehr gefühlvoll präsentiert, was an seiner Mimik zu erkennen war, beim Publikum leider stellenweise zu gelächter führte, von Dieter aber entsprechend gelobt wurde. Bruce will mehr hören, Thomas spielt noch was und ist dann mit 3 ja weiter. Hier übrigens eine sehr schöne Version mit Video:

Gerhard Donie, 53, Pömplejongleur und Manuel Heister, 28, aus Bad Münstereifel
Die beiden präsentieren eine Torreronummer mit Pömpeln, die weder bei mir, dem Publikum oder der Jury gut ankommt. Nicht weiter.

Yevgeniya Stöcklin, 27 oder 28 (wusste sie wohl selbst nicht mehr so genau), aus Zürich / Schweiz
Ist totaler Dieter Bohlen Fan, kommt ursprünglich aus der Ukraine, wo angeblich alle mit Musik von Dieter Bohlen und Modern Talking aufgewachsen sind und das toll fanden – spricht nicht für die Ukrainer, oder? Na ja, zurück zu Yevgeniya, die an der Stange Polefitness präsentiert, dass sich vom Poledance unterscheiden soll. Egal, Hauptsache die schlanke Blondine im knappen Outfit macht irgendwas an der Stange – sehr zur Freude von Dieter, der dann meint, dass sie “nur Muskeln und zwei kleine Tittchen” hat. Dafür gibt es dann 4 x ein ja, da auch der kleine Dieter nun eine Stimme hat. Zum Glück zeigt er uns das penisbruchgeschundene Teil nicht auch noch.

Kathy Kelly, 49, Sängerin, vermutlich wohnhaft in Gymnich
Teil der Kelly Family, die rund 22 Millionen CDs verkauft haben. Die Kohle ist wohl futsch und Kathy hat einige Zeit keine Musik gemacht, um ihrem Sohn eine gute Mutter sein zu können. Nun ist der Bub alt genug (17) und sie versucht solo wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. SIe nimmt ohne das Wissen ihrer restlichen Familie beim Supertalent teil und singt ein Lied, das sie als sie 16 war mit ihrem Vater komponiert hat: “Who’ll Come With Me“. Wurde schon von der Kelly Family gesungen und Dieter hält es für einen künftigen Evergreen. Insgesamt wird ihre Leistung aber angezweifelt, der Vergleich mit den Familie steht im Raum. Sylvie ist dagegen, die beiden Herren der Jury sind dafür und Kathy ist weiter.

Dancefloor Destruction Crew, kurz DDC, bestehend aus 5 Jungs (Daniel, Alex, Jannis, Marcel und Gregorij) aus Schweinfurt
Die Jungs zeigen eine Breakdanceshow mit überraschend guten Elementen und trotz kleiner Patzer kommt es beim Publikum und der Jury gut an. Weiter.

Andrea Paulus, 19, Berufsschülerin aus Laatzen
Präsentiert sich im Enspieler und auf der Bühne als so genannte “Gothic Lolita”, sa für mich aber eher nach einer Mischung aus Adams Family und Marilyn Manson aus. Singt in japanisches Lied, obwohl sie kein japanisch kann. Hört sich fast so lustig an, wie wenn unsere Sechsjährige englisch singt, obwohl sie es nicht kann. Andrea blamiert sich ordentlich, alle buzzern und die leicht Durchgeknallte ist nicht weiter.

Chris Lynam, nach eigener lustiger Aussage 98, aus Simbabwe
Ist zwar ein komischer und verrückter Typ, leider wurde dem Ganzen insofern vorgegriffen, als das der beste Teil seiner Show (nach dem Nackichmachen einen Feuerwerkskörper in den Hintern stecken und anzünden) ja bereits zehntausend mal in der Vorschau zu sehen war. Das nahm dem nackten irgendwie das Skandalöse. Sein Supertalent wird angezweifelt und er ist nicht weiter. Eigentlich schade, der hatte ‘nen schrägen Humor.

Nachdem ich die letzte Sendung aufgrund meines Krankenhausaufenthaltes tatsächlich verpasst hatte, musste ich mir “Das Supertalent” am heutigen Samstag, den 30.10.2010, echt noch mal geben. Wie üblich führte das Team Schreyl und Hartwich durch die Show und die noch immer unveränderte Jury bestehend aus van der Vaart, Darnell und Bohlen entschied nach dem üblichen Vorgeplänkel und einer kurzen Vorschau über ein eventuelles Weiterkommen der folgenden Kandidaten:

Benjamin Baumbach, 24, aus Würzburg
Imitiert Geräusche (Autohupe, Fahrzeuge, etc.). Aber erst gibt es eine rote Rose für Sylvie. Dann imitiert er Schumis F1-Ferrari, dann einen Vesparoller. Das Publikum imitiert ein Buhen. Aber Benjamin gibt nicht auf. Dieter buzzert. Sylvie auch. Dann noch Bruce. Nicht weiter.

Berdan Önal, 5
Der kleine Junge macht, wie viele vor ihm einen auf Michael Jackson und performt zu “Thriller” inkl. “In-den-Schritt-fassen” und Moonwalk. Übt nach eigener Aussage schon seit Michael das Zeitliche gesegnet hat. Das Publikum ist begeistert, die Jury auch. Der selbstbewusste kleine Kerl ist erfreut. Und obwohl er noch so jung ist, ist er weiter, auch wenn Dieter das zu junge Alter nochmals zur Sprache bringt.

Tobias Munz, 25 (sieht älter aus), Heilerziehungspfleger, keine Ahnung woher, habe ich nicht verstanden
Sucht eigentlich eine Freundin, da er noch nie eine hatte. Nutzt dafür die Bühne. Singt seit 8-9 Jahren im Jugendchor. Tanzt auch gerne. Seine Vorbilder sind Robbie Williams und Frank Sinatra. Er gibt “Mack The Knife” zum besten. Allerdings mehr schlecht als recht. Auf gut deutsch: er macht sich lächerlich. 3 x nein, nicht weiter. Will zu DSDS gehen und mindestens ins Halbfinale kommen.

Daniel Golla, 21, und Florian Golla, Brüder aus Söhrewald
Die beiden Hobbymodellbauer lassen selbst gebaute ferngesteuerte RC-Modellflugzeuge fliegen. Kunstflug zur Musik (u. a. “So Ein Schöner Tag (Fliegerlied)” von Tim Toupet). Die nicht sonderlich redseligen Brüder kommen beim Publikum gut an. Dann versuchte sich Dieter am Modellflug und schoss sich dabei beinahe selbst ab. Dann ging es ganz gut und das Publikum fand es toll. Bruce ja, Sylvie nein, Dieter ja: weiter.

Tobias Bertikow, 29, Göttingen, hat 2 teilweise gelernte Berufe
Sein Talent: irgendwas mit der Bahn (Durchsagen von diversen Zugverbindungen). Wirkt auf mich irgendwie nicht ganz richtig im Kopf, kann aber sein, dass ich mich da täusche. Keiner verstand so recht, was er vorführen wollte, aber es gab ein Gelächter. Kann es wohl auswendig einen eingeschränkten Fahrplan aufsagen. War mir zu anstrengend der Darbietung weiter zu folgen. Oh Wunder, nicht weiter.

Robert Fröhlich, 17, (ein weiterer Bruder von Menowin Fröhlich, zu dem er aber keinen Kontakt möchte) und Sinan Aydin, 16, beide aus Mühldorf
Singen und Beatboxen seit 3 Jahren zusammen. Performen “Stand By Me“, fand ich ganz gut, auch wenn der Beatboxer besser als der (Achtung, Wortwitz!) Fröhliche Gesang war. Die Jury sah es ähnlich. Dennoch lässt Dieter Robert singen ohne Begleitung, um die Stimme zu testen. Robert singt “Ain’t No Sunshine” und das hörte sich echt gut an. Die Jury stellt ihn vor die Wahl: entweder nur er oder keiner. Er steht zu seinem Kumpel und lehnt ab. Die Jury redet weiter auf die beiden und vor allem Sinan ein. Gibt 3 x nein. Dann lenkt Sinan ein und rät Robert zum Weitermachen. Der will aber nicht. Alles sehr dramatisch. Freundschaft forever! *schmalz*

Marvin Ndugwa, 13, aus Steinbach bei Frankfurt
Singt und tanzt sehr gern, allerdings auf seine eigene Art. Performt “Bad Romance” von Lady Gaga. Sehr … ähhm … speziell. Dieter und Sylvie buzzern recht flott. Ob der Junge eine Wette verloren hat? Nicht weiter.

Alexander Rizaev, 45, Akrobat aus Russland, jetzt wohnhaft in Bielefeld
Hat seinen Sohn dabei, der sehr stolz auf ihn ist. Macht eine Handstandnummer. Für sein Alter echt gut, da er täglich trainiert. Irre Körperbeherrschung. Das Publikum ist begeistert, die Jury auch. Natürlich weiter.

Marc Eggers, 23, Zivildienstleistender aus Hamburg
Will sich für seinen im Rollstuhl sitzenden Schützling Pascal, den er betreut, auf der Bühne behaupten. Der laut Jury “hübsche Junge” macht Breakdance, seit er 12 ist und präsentiert diesen dann zu unterschiedlichsten Liedern. Die Menge tobt. Bruce fand es gut, Sylvie auch, Dieter nicht so. Ich fand es auch nicht so toll, hat man alles schon gesehen. Aber mit 2 ja kommt man halt auch weiter.

Jazz (Jazzy Gabert), die auch “Alpha Female” genannt wird, professionelle, hauptberufliche Wrestlerin
Wrestling gegen ein “Opfer” (Studentin Lehramt. Daneben ein Ringrichter / Schiri / Irgendwas. Bizarre Show, das Publikum buht. Bruce fand sie super, hatte Angst, Dieter fand es bescheuert, was zu Beleidigungen durch die “Dame” führte. Nicht weiter.

Michael Hemmersbach (Micky), 27, Strassenmusikant aus Koblenz
Nach der Bundeswehrzeit Bund ohne Geld und Wohnung, also obdachloser Hartz-IV-Empfänger. Kommt erst mal nicht so gut an. Spielt “Streets Of London” von Ralph McTell. Gitarre und Gesang fand ich nicht schlecht und dann applaudierte auch das Publikum. 3 x ja und somit weiter.

Jesse Fischer ” The Body”, 31, Bauhelfer aus Lambsheim
War 2009 schon mal da, um seinen Körper zu präsentieren. Will unbedingt ins Fernsehen, zum Beispiel für Werbung oder Ähnliches. Sein Talent ist also gut aussehen. Übergießt sich auf der Bühne mit Buttermilch (ich hoffe zumindest, dass es nur Buttermilch war). Der Tanz reisst es auch nicht raus. Wieder einmal nicht weiter. Aber egal, er konnte sich präsentieren, auch wenn er beleidigend und Mittelfinger zeigend die Bühne verlässt.

Wir sehen die Vorschau von Chris, der sich uns nackt in der nächsten Show präsentieren wird. Also, liebe Frauen, da wird euch was geboten! Und der Ausblick auf die weiteren Acts inkl. des aus DSDS bekannten Mario Teusch macht auf jeden Fall Bock auf mehr Trash-TV. Und wir schreiben darüber!

Am heutigen Samstagabend, den 16.10.2010, wartet RTL gleich mit zwei Sendungen auf, in denen vermutlich getanzt wird: Das Supertalent und der folgende Boxkampf von Klitschko. Über beide Sendungen wird von uns berichtet. Den Anfang macht natürlich Das Supertalent, leider noch immer von Marco Schreyl und Daniel Hartwich moderiert. Und in der Jury sitzen noch immer Sylvie van der Vaart, Bruce Darnell und Dieter Bohlen. Nach einigem Vorgeplänkel ging es dann endlich los und wir werden das hier wie immer in der gezeigten Reihenfolge der “Künstler” wiedergeben:

Irmgard Hesse, 53, Bergisch-Gladbach
Imitiert Tierstimmen. Hat Probleme mit dem Truthahn und der Esel geht auf die Stimmbänder. Kommt auf die Bühne, was für Gelächter sorgt. Vergleicht sich mit Heidi Klum, die aus dem gleichen Ort kommt. Leitet mit “Old Mcdonald had a farm” ein und bringt die Tierstimmen unter. Grausam. Trotz des buhenden Pzblikums zieht sdie ihr “Programm” durch – sie kann nämlich 10 Tiere. Wird zwar weggebuzzert und verlässt die Bühne mit dem Effe. Merkwürdigerweise nicht weiter.

Afrikanische Band aus Guinea und Martinique
Trommel, Singen, Tanzen, Akrobatik. Typ presst sich durch Tennisschläger, scheint sich die Arme auszukugeln. Klettert in Koffer. 3 x ja.

Uwe Schleemann, 33
Ehemaliger Maler und Lackierer (macht er nicht mehr wegen der Dämpfe), jetzt Dancefloor-Analyzer (auch sein Künstlername) = Entertainer. Beherrscht die deutsche Sprache nicht richtig (vermutlich die Dämpfe). Will Musik sichtbar machen mit seinem Gehopse. Labert gequirlten Hühnermist. Ist (verständlicherweise?) Single. Sein Ziel: Will in 6 Jahren selber in der Jury sitzen. Der Tanz ist Müll – nicht weiter.

Auffällig: es werden jetzt häufiger Senioren im Publikum gezeigt. Was will uns RTL damit sagen?

Sandro Brehorst, 11, Werne
Realschüler, Musik, 2009 Freund verloren Malte gestorben Gehirntumor. Haben viel zusammen gesungen. Nun singt er natürlich für Malte. Singt seit er 4 ist. Heute gibt er von Freddie Mercury “Living on my own” zum besten. Publikum geht ab. Gesanglich meines Erachtens eher durchschnittlich, da gab es schon jüngere Teilnehmer, die besser gesungen haben. Sicherlich ein selbstbewusstes Kerlchen. Bruce sieht es ähnlich, doch vermutlich wegen Kinderbonus 3 x ja.

Liz Schneider, 30, aus Zürich, Schweiz
Spielt Cello. Weißes Cello, weißes Kleid. Spielt seit sie 4 ist. Dieter fummelt am Kleid – klar. Dieter will ein Plexiglascello, las Liz breitbeinig hinterm Cello sitzt (sieht so aus.) Sie spielt was Modernes (der Titel fällt mir nicht ein), dann Hallelujah. Bruce findet es zwar gut, aber einschläfernd. Sylvie ist begeistert. Dieter fehlt Ausstrahlung, fand es sonst aber gut. 3 x ja.

Jiaojiao Zhao, 22, in China geboren und aufgewachsen
Akrobatin, tritt mit der Mutter auf. Jongliert Teller, Mutter singt Begleitmusik (chinesisches Lied). Gute Leistung der beiden Damen. Dann will die Dieter und Bruce wollen das Jonglieren probieren. Sylvie buzzert. Sehr lustig (gähn). Bruce kann es nicht. Bruce ja, Sylvie nein, Dieter nein – nicht weiter.

Tobias “Tobiz” Kramer, 26, Coesfeld
Seit der Geburt gehörlos und summt. Kommt mit seinem Gebärdendolmetscher. Ist freiberuflicher Tänzer und Tanzlehrer, obwohl er Musik nicht hört, sondern nur fühlt (Bässe). Hätte gerne eine Tanzschule für Gehörlose. Führt eine Choreographie gemischt aus Tanz und Gebärdensprache vor. Sehr geil! Jury beeindruckt. Weiter!

Marc Otto Heide, Künstlername “Marc Sigal“, 49
Hält sich für so ähnlich wie Dieter, “so ‘ne Art Musikproduzent”. Hat nie gearbeitet, hat 500.000 Euro geerbt, die Kohle ist aber schon futsch. Labert auch mehr Müll als sonst was. “Singt” ein selbstkomponiertes Schlagerlied, Dieter buzzert beim ersten Ton der einsetzenden Musik, beim einsetzenden Gesang buht das Publikum. Nicht weiter.

Josefine Becker, 15, aus Sulzbach bei Frankfurt
Ihr Vater hatte einen Schlaganfall, ist sei dem arbeitslos. Sie will gewinnen, um die Schulden der Familie auffangen zu können. Sie singt ein italienisches Lied im KlassikStil. Irre Stimme, die man dem schüchternen Mädel gar nicht zugetraut hat. Erst herrscht Ruhe, dann Applaus des Publikums. Sie singt zu Ende und das Volk jubelt. Bruce ist angetan, Sylvie auch, Dieter fand es auch gut. 3 x ja – weiter.

Robert Maaser, 20, Sportstudent aus NRW
Mag ungewöhnliche Sportarten. Verkleidet sich im Zebralook. Kommt mit einem Riesenhulahoop, wie ein Rhönrad mit nur einem Ring und ohne Haltegriffe, ein “Rhönrad für Arme”, wie Robert sagt, Syrrad heißt es wohl. Seine Performance ist cool, hat mehr von Kunst, denn von Sport. Hat man so noch nicht gesehen und ist sicherlich ein Talent.  Ich fand es gut, das Publikum auch und die ausschlaggebende Jury wohl ebenfalls: weiter.

Richard Sean Wilson, Long Beach, Kalifornien
Der Irre, den man schon in der Vorschau der letzten Sendung sah. Er kann wohl den Schmerz ausblenden und haut sich Bierdosen gegen den Kopf, hängt sich Kleiderbügel an die Nase, und so weiter und so fort. Vorher wurde extra gewarnt, dass die Präsentation nur etwas für starke Nerven ist. Sehr ekelig. Die Jury hat die Hälfte der Zeit nicht hingesehen. Als er sich einen Zettel an den Penis tackern will, ruft Sylvie “No!” Also tackert er es nur an seinen Kopf. Das teilweise entsetzte Publikum applaudiert dennoch. Sicherlich auch ein Talent, Bruce gibt auch ein “ja”, Sylvie ebenfalls, sogar Dieter fühlte sich unterhalten und der Kerl ist echt weiter.

Es folgte ein kurzer Ausblick auf die nächste Sendung, in der ein Mädel namens Ramona singt.

Samstagabend, 09.10.2010: die Qual der Wahl: Das Supertalent oder Stock Car Crash Challenge? Meine Frau entscheidet sich für ersteres und so soll es sein. Erneut lasse ich mir von Daniel Hartwich und Marco Schreyl einen bunten Haufen verschiedener Menschen präsentieren und die Jury bestehend aus Sylvie van der Vaart, Bruce Darnell und Dieter Bohlen entscheiden über vorhandenes oder fehlendes Talent. Heute sahen wir:

Wolfgang Dittrich, 58, “Künstlername” Wolfi, aus der Oberlausitz
Wurde in seinem Kaff beim Brückenfest zum Superstar gewählt. Spricht schnell und unverständlich. Hat seinen Ghettoblaster dabei. Will Singen und Tanzen und nennt das Songdancing. Tanzt zu Jürgen Drews, erinnert mich an Wolfgang Schiemenz. 3 mal nein.

Daniele Domizio, 8
Hat schon 2 Freundinnen, eine Deutsche und eine Italiernerin, macht eine Michael Jackson Nummer, tanzt richtig gut und ist natürlich weiter.

Volker Hack, 44, aus Trochtelfingen, Orthopädieschuhmacher
Parodiert alles, kommt schwarz angemalt als Bruce auf die Bühne. Dann steht er zusammen mit Bruce auf der Bühne. Wandert abschließend mit Hochhackigen umher, ist aber trotz Bruce’ Zusprache nicht weiter.

The Acrobat Bikers aus der Ukraine
Hüpfen auf riesigen Gummi-Donuts durch de Gegend – sah auf jeden Fall witzig aus. Zweimal ja (Dieter nicht) – weiter.

Chamseddine Riabi, 23, aus Tunesien, seit 1 Jahr in Deutschland
Macht Fakir- und Feuershows. Taucht auf der Bühne mit Glasscherben aus Bierflaschen auf. Dieter und Bruce fühlen. Dann sagt Dieter, da latscht er auch drüber und stellt sich mit Socken drauf. Dann Bruce ebenso, sogar auf einem Bein. Zu guter Letzt auch noch Sylvie barfuß. Es macht den Eindruck, als würden sie sich über Chamseddine lustig machen. Dann steigert der seinen Auftritt aber, indem er von einem Stuhl auf den Scherbenhaufen springt. Kommt trotzdem nicht gut an. Sylvie will Blut sehen. Er legt sich mit dem Gesicht drauf, 2 Männer aus dem Publikum kommen auf die Bühne und einer stellt einen Fuß auf den Kopf, den anderen auf den Rücken. Dennoch zu langweilig. 3 mal nein.

Manuela Wirth, 43, Hohensolms (bei Wetzlar, Hessen)
Hat Multiple Sklerose und sitzt im Rollstuhl, will aber kein Mitleid, sondern mit ihrer Stimme überzeugen. Singt Soulmate von Natasha Bedingfield. Super! Das Publikum tobt. Bruce weint mal wieder – wie immer. Aber Dieter kritisiert die Gesangsleistung und so gibt es nur 2 mal das begehrte ja. Reicht, weiter.

Kai Leclerc, 41, aus Kanada
Artist. Macht alles an der Decke hängend. Ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert. Publikum tobt und er ist weiter.

Freddy Sahin-Scholl, Künstlername “Galileo”, 57, aus Karlsruhe
Singt recht hoch. Hatte eine schwere Kindheit, Heim, etc. Singt mit sich selbst im Duett. Titel: “Carpe Diem” (von ihm selbst geschrieben). Singt mal hoch, mal tief. Sehr Interessant. Dieter ist begeistert und es gibt 3 mal ja – weiter.

Jeannine Wilkerling, 28, Erlangen
getrennt lebend wegen Pole Dance, sie sieht es als Sport, der hartes Training erfordert. Sie präsentiert diesen Sport. Bei ihr sieht es natürlich super aus, Körperbeherrschung pur. Dann wollen Dieter und Bruce auch mal, doch was so leicht aussah, ist doch recht schwer. Bruce ja, Sylvie nein, Dieter ja nach Publikumsumfrage – weiter.

Stefan Choné, 55, aus Braunschweig
Hat echt ne Freundin. Bekannt aus der letzten Staffel als “Die Bauchrolle”. Mega-Comeback für seine Fans. Optik zwischen langhaarigem Charlie Chaplin und Adolf Hitler. Will diesmal die Flugente machen und sich entkleiden. Labert viel Müll und zieht dann blank. Publikum buht, es wird gebuzzert, aber er will nicht gehen. Erwartungsgemäß nicht weiter.

Richard Sean Wilson,
Harter Typ, hängt erst seine Jacke an einen Kleiderbügel, den er sich durch die Nase steckt. Außer einer entsetzten Jury sieht man nichts: nächsten Samstag dann der gnaze Auftritt.

Heute ging es ja zum Glück nur bis 22.15 Uhr. Und obwohl ich ja eigentlich Jens dazu verdonnert hatte, habe ich euch den Kram mal wieder zusammengefasst. Und eine Bemerkung sei mir erlaubt: es wird immer langweiliger. Es fehlen die spektakulären Auftritte, wo man so richtig geflasht ist. Aber das ist ja nur meine bescheidene Meinung. Wie seht ihr das?

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