Dauerwerbeblog

Gestern Abend ließ ich mich mal wieder von Steven Seagal unterhalten, der, wie üblich alleine, gegen ganze Heerscharen böser Menschen antrat. Aber es geht hier gar nicht um diesen speziellen Film, denn da ist ein Hollywoodstreifen wie jeder andere. Es geht um den Einsatz von Waffen insgesamt und der Feststellung, dass dafür, das man in den Staaten eine Pumpgun an der Tanke kaufen kann, die Amis anscheinend die miesesten Schützen auf diesem Planeten zu sein scheinen. Außerdem der Held des Films beziehungsweise der Serie, der natürlich immer trifft. Die Szenerie ist dabei fast immer die gleiche:

Unser Held, geben wir ihm mal den seltenen Namen John Smith, hockt in einer einsamen Berghütte. Damit es nicht zu leicht wird, weil nur er alleine von dort flüchten muss, schleppt er noch eine mehr oder minder tolpatschige Tussi mit, die er warum auch immer beschützen muss. Toll, doppelte Zielfläche für die Angreifer, die – wie in solchen Streifen üblich – immer busweise wie japanische Touristen zur Schlossbesichtigung am Rhein angekarrt werden. Diese pirschen sich immer äußerst unauffällig (Achtung, Ironie!) an das Zielobjekt heran, um dann bereits vor der Tür das Feuer aus allen Rohren zu eröffnen und das gesamte Haus samt Inventar zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse (eventuell können auch Molkereiprodukte aus anderen Ländern als Vergleich dienen). Interessanterweise verfehlen sämtliche Kugeln aus der Uzi des einen Bösewichts, dem Maschinengewehr des anderen Verbrechers und der Schrotflinte des nächsten Handlangers ihr Ziel. Tonnenweise Munition aus diversen Automatikwaffen kommen nicht gegen den sechsschüssigen Revolver an, mit dem John zielsicher wie eh und je einen Schurken nach dem anderen ins jenseits oder aber zumindest in ein Dreimannzimmer in einem schäbigen Hospital in der Nähe der Berghütte befördert. Dabei können auch schon versehentlich sieben oder acht Schüsse mit dem Revolver abgefeuert werden.

Zum Glück entdeckt Mr. Smith in einer Garage einen alten Wagen, der warum auch immer noch fährt und setzt die weitere Flucht samt Tussi nun mobilerweise fort. Auch der Wagen wird von weiteren geschätzt 50 bösen Menschen in ein Küchensieb verwandelt, aber die beiden Hauptdarsteller bleiben unverletzt, während John mit einer Hand aus dem Fenster nach hinten feuert, obwohl er sein Ziel nur durch den Außenspiegel anvisieren kann. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass er trifft, oder?

Natürlich darf der Held nicht getroffen werden, sonst wäre der Film ja nur 30 Minuten lang – inklusive Werbeunterbrechungen. Aber müssen es immer 3.000 Böse mit Automatikwaffen sein, die nicht treffen. Wären zehn mit Pistolen bewaffnete Halunken nicht ausreichend? Klar, nicht spektakulär genug. Dafür eventuell näher an der Realität. Hollywood und Realität? Ach nee, geht ja gar nicht …

Das solltet ihr euch auch anschauen:

  1. Serien- und Film- und Werbungs-Crossover Teil 1
  2. Boxen: Gevor gegen Stieglitz – war das noch Boxen oder eher Wrestling? Disqualifikation wegen Foul und dann ging es los…

3 Antworten bis “Waffen in amerikanischen Filmen und Serien, oder: ein Revolver gegen Automatikgewehre”

  1. Erinnert mich irgendwie an “Last Man Standing” mit Brutze Willis.

  2. Erinnert mich an das A-Team und an ein Trio mit 4 Fäusten ;)

  3. Es gibt nur einen Grund warum Hollywood Filme so sind wie sie sind: Wir wollen es so haben. WIR wollen das so sehen. Ganz einfach. ;)

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